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Was ist Khat


Nachdem wir euch vor kurzem mit Psilos, Absinth und Nachtschattendrogen vertraut gemacht haben, widmen wir uns heute Khat – auch bekannt als Qat oder Chat.
Khat besteht aus den Blättern und frischen Trieben von Catha edulis, eines blühenden, immergrünen Strauchs, der in Ostafrika und im Südwesten der Arabischen Halbinsel angebaut wird.
Khat-Blätter werden typischerweise als Bündel in Bananenblätter eingewickelt. Die Hauptwirkstoffe sind Cathinon und Cathin (Norpseudoephedrin). Beim Kauen der Blätter werden diese Substanzen in den Speichel freigesetzt. Sie werden rasch resorbiert und eliminiert. Sowohl Cathinon als auch Cathin sind eng mit Amphetamin verwandt und die pharmakologischen Wirkungen von Cathinon ähneln qualitativ denen von Amphetamin, obwohl sie weniger stark sind. Nur die frischen Blätter werden gekaut, weil Cathinon in alten oder trockenen Pflanzenteilen rasch zerfällt. Die Analyse stützt sich auf das charakteristische Aussehen von Khat und den Nachweis von Cathinon und/oder Cathin. Khat steht nicht unter internationaler Kontrolle, wird jedoch von einigen Mitgliedstaaten als illegale Droge gelistet.
Sowohl Cathinon als auch Cathin sind Stimulanzien des Zentralnervensystems (ZNS), haben jedoch eine geringere Potenz als Amphetamin. Der Konsum der Blätter führt zu qualitativ ähnlichen Wirkungen wie Amphetamin, d. h. zu Blutdruckanstieg, einem Zustand der Euphorie und Hochstimmung mit dem Gefühl von gesteigerter Aufmerksamkeit und Wachheit. Anschließend kann es zu Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit, Appetitlosigkeit und Schlafstörungen kommen. Ein häufiger Konsum hoher Dosen kann psychotische Reaktionen hervorrufen. Verstopfung und Harnverhaltung können auftreten. Die euphorischen Wirkungen setzen nach etwa einstündigem Kauen ein. Es sind spezifische Zusammenhänge zwischen dem Konsum von Khat und Herzinfarkt, Leberversagen sowie Mundkrebs vermutet worden, doch in vielen Fällen konnten verzerrende Effekte nicht ausgeschlossen werden.

Frische Pflanzenteile (Stängel, Blätter und Blütenknospen) werden gekaut und der Saft der zerkauten Pflanze wird geschluckt, während die Rückstände ausgespuckt werden. Normalerweise werden in einer Sitzung 100–200 g Khat-Blätter (ein Bündel) konsumiert, und die Wirkungen halten einige Stunden an. Teeaufgüsse aus getrockneten Blättern werden ebenfalls konsumiert. Mit Ausnahme von Tabak ist die gleichzeitige Anwendung anderer Drogen, wie etwa Alkohol, bei Khat-Konsumenten selten.

Das Kauen der Pflanze ist im Jemen und in einigen ostafrikanischen Ländern traditionell üblich. Doch auch in Europa wird sie vereinzelten Berichten zufolge als Substanz der Wahl von Einwanderern aus Somalia, Äthiopien, Kenia und Jemen konsumiert. Studien weisen auf einen erheblichen Konsum in einigen zugewanderten Gemeinschaften hin. So ergab zum Beispiel eine Studie, dass 2005 von den befragten Somaliern 34 % im Monat vor der Befragung Kat konsumiert hatten, wobei allerdings weniger als 4 % angaben, die Droge täglich zu konsumieren. Khat wird bei einigen eingeborenen Völkern in Ostafrika als traditionelles Heilmittel verwendet, doch weder Khat noch seine isolierten Wirkstoffe sind für ihren therapeutischen Nutzen bekannt.

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