Ronald Fred Seikaly, genannt Rony, ist ein ehemaliger NBA-Profi-Basketballer. Er wurde 1965 in Beirut im Libanon geboren. Er verbrachte seine Jugend in Griechenland und spielte Fußball und Basketball. Nachdem er in den USA eingebürgert war, legte er eine steile Karriere zurück. Er spielte von 1988 bis 1999 bei angesehen Teams wie Miami Heat, Golden State Warriors und New Jersey Nets. Dabei stellte er sogar einige Rekorde auf. Nachdem er wegen einer Verletzung seine NBA-Karriere beenden musste, kehrte er 2000 noch einmal für den FC Barcelona auf das Spielfeld zurück. Danach wendete er sich seiner zweiten Leidenschaft zu: der Musik. Er startete als DJ durch und teilt sich inzwischen die großen Bühnen mit Acts wie Luciano, Loco Dice, Stephan Bodzin und Co. Inzwischen hat er sogar sein eigenes Label: Stride. Wir hatten ihn im Interview und waren gespannt zu hören, wie es zu seiner außergewöhnlichen Karriere kam:

 

Hey Rony! Schön mit dir zu sprechen! Die meisten Leute kennen dich sicher durch deine Zeit bei der NBA. In deiner Karriere als Profi-Basketballer hast du sogar den Most-Improved-Player-Award gewonnen. Wir haben allerdings gelesen, dass du dich schon immer für Musik interessiert hast. Wann war bei dir der Zeitpunkt, an dem dir klar war, dass du jetzt als professioneller DJ wirklich durchstarten willst?

Eigentlich habe ich nie wirklich darüber nachgedacht ein professioneller DJ zu werden. Ich habe einfach nur meine Musik gemacht und wusste, dass das meine Leidenschaft ist. Ich beschäftige mich schon seit ich sehr jung bin mit elektronischer Musik. Angefangen mit Disco, Early House und so weiter. Ich hatte immer ein Musikzimmer in meinem Haus und habe immer für Freunde und Bekannte aufgelegt. Sie fragten mich immer wieder, warum ich nicht richtig auflegen würde und ich hätte nie gedacht, dass ich das tatsächlich eines Tages tun würde. Besonders nach einer NBA-Karriere noch DJ zu werden, hätte ich nie für möglich gehalten. Aber nachdem ich es ein paar Mal ausprobiert hatte, ging es ganz von alleine und heute sind wir hier.

Du hast bereits in unzähligen, namenhaften Clubs auf der ganzen Welt gespielt und dir die Bühne mit einigen bekannten Namen geteilt. Hast du ein spezielles Ziel?

Ich habe kein besonderes Ziel. Ich weiß nur, dass Musik eine Leidenschaft von mir ist. Ich denke, dass meine Musik anders ist, dass ich einen anderen Musikgeschmack mitbringe und dass ich ihn mit den Menschen teile. Musik ist sehr subjektiv – vielleicht gefällt sie, vielleicht gefällt sie auch nicht – aber das ist mein Stil, und das ist mein Ziel, meinen Sound unter die Leute zu bringen.

Fehlen noch Clubs in denen du unbedingt spielen möchtest? Was sind da deine persönlichen Meilensteine?

Ich ziehe es vor, für Leute zu spielen, die Musik mögen und einen anderen Sound erleben wollen, anstatt einfach nur auf einem Flyer zu stehen und in verschiedenen Clubs zu spielen. Ich tue das wirklich aus Leidenschaft und ich möchte den Leuten diese Plattform bieten, damit sie dem Sound, den ich präsentiere, zuhören können.

Du hast inzwischen auch dein eigenes Label Stride gegründet. War das schon immer ein Traum von dir? Wie kam es dazu?

Ich mache schon lange Musik, und jedes Mal, wenn ich meine Musik zu einem Label gegeben habe, hörten sie sie, mochten sie, aber sie passte nie in irgendeine Kategorie dieser Labels. Gleichzeitig habe ich meine Musik bei meinen eigenen Gigs getestet. Nachdem ich viel Rückmeldung zu der Musik bekommen habe, wusste ich, dass ich einen außergewöhnlichen Sound habe. Ich dachte, die einzige Möglichkeit, meinen Sound ohne Einschränkungen durch Labels präsentieren zu können, wäre die, ein eigenes Label zu gründen und die Musik, die ich mache, herauszubringen. So begann Stride…

Du veröffentlichst besonders viele Mixe auf Soundcloud und spielst auch einige in deiner langjährigen Radioshow „Sugar Free Radio“. Wie machst du deine Trackauswahl und worauf achtest du dabei besonders?

Ich bin ein Musik-Junkie, also gehe ich jede Woche eine Menge Musik durch. Ich gehe mindestens 1000 Titel pro Woche durch, nur um gute Musik zu finden. Ich orientiere mich nicht an Labels oder Namen, ich versuche nur, obskure Namen und manchmal sehr kleine Labels zu finden. – Ihr wisst schon, die, aus denen man einige großartige Tracks herausholen kann. Ich versuche immer, nach Musik zu suchen, die zu meiner Art von Vibe passt und die nicht unbedingt die ist, die im Mainstream sehr beliebt ist.  

Last but not least: Was können wir nach deiner neusten Single mit Black Circle dieses Jahr noch erwarten? Was ist noch in deiner Pipeline? Wir freuen uns auf jeden Fall.

Es gibt noch ganz viel in meiner Pipeline. Ich liebe es sehr Musik zu machen, also habe ich auch noch eine Menge Musik zu veröffentlichen. Ich werde also damit beschäftigt sein, weitere neue Titel zu machen. Die Flying Circles EP wurde gerade auf Stride veröffentlicht und es läuft großartig. Im Juli erscheint die „What For Remixes EP” (Rony Seikaly & Black Circle) mit Remixen von Luciano, Gianluca Caldarelli und mir und im August werde ich die „Mila EP“ (Stride016) veröffentlichen.

 

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