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Als Bernd Breiter die Vision hatte, aus der Frankfurter Commerzbank-Arena den größten Club der Welt zu gestalten, erntete er Spott und Hohn. „Das funktioniert doch nie!”, „Das wird ein desaströses Minusgeschäft!” und „Nie im Leben füllst du das Stadion!” – so waren die Unkenrufe. Böse Zungen sprachen sogar von „Hirngespinsten” und „Größenwahn”. Doch die Kritiker sollten eines Besseren belehrt werden. Aus der Idee, die der Gründer und CEO von BigCityBeats rund sieben Jahre vor der Erstausgabe des World Club Dome hatte, wurde Realität. Das Spektakel anno 2013 war ein riesengroßer Erfolg – und für die deutsche wie europäische Veranstaltungsbranche ein Meilenstein. Fünf Jahre sind seither vergangen und die Marke World Club Dome wuchs und wuchs. Aus anfangs 25 000 Besuchern sind 45 000 Besucher geworden – pro Tag, an dem das Original in der Mainmetropole ausgetragen wird.
Der Erfolg gab Bernd Breiter und seinem 14-köpfigen Team Recht. „Die Leute haben Bock zu feiern, haben Bock auf Promis und Celebrities, die mit dem Helikopter direkt vor der Arena landen, über den längsten roten Teppich der Welt im feinen Frack und eleganten Abendkleid schlendern oder per Luxuslimousine zur Location gebracht werden.” Der World Club Dome: ein Staraufgebot – spätestens seit der diesjährigen Veranstaltung, die unter dem Motto „The Hollywood Edition” enormen Anklang fand. Bei Stars und Sternchen gleichermaßen – wie auch bei dem „normalen” Clubbesucher.
Und genau jenes Gefühl möchte man 2018 auch in die Winterzeit exportieren. Somit läutet die World Club Dome Winter Edition eine neue Ära der Eventproduktion ein, wenn die Düsseldorfer Arena an drei Tagen im November ihre Türen öffnet und zum größten Club der Welt umgestaltet wird.
Während man im Sommer in Frankfurt bei geöffnetem Stadiondach zu den größten Superstars der DJ-Szene feiert – oder witterungsbedingt bei geschlossenem Stadiondach zum Sound der weltweiten Heroes tanzt –, bleibt das Dach in Düsseldorf zu. Und die Kälte somit draußen. Während man im Sommer in Frankfurt bei den WCD Pool Sessions ins kühle Nass springt und zeitgleich zu den Technogrößen die Arme gen Himmel streckt, lädt der Außenbereich in Düsseldorf zum Ice-Skating ein. „Ein großartig und liebevoll gestaltetes Winter-Wonderland erwartet die Besucher rund um die Arena”, verspricht Bernd Breiter. Nebst der geplanten Eislaufbahn soll eine Iglu-Landschaft entstehen. Weitere Aktionen und Attraktionen, die das Areal in eine verträumte wie traumhafte, bunte, gemütliche Winterlandschaft verwandeln, sind in Vorbereitung. Und während man im Sommer in Frankfurt bei der diesjährig neuen „Zombie Stage” zu den harder Styles gezappelt hat, wird auch im Winter in Düsseldorf das Tanzbein im Open-Air-Bereich keine Ruhe finden. Man kann gewiss sein: So ein Outdoor-Winter-Rave, der hat was! Und wenn einem trotz Verausgabung vor den Stages und trotz Glühwein und belgischer Waffeln kalt ist, geht man einfach rein und wärmt sich auf – in der beheizten Arena.


Die Location

Die Düsseldorfer MERKUR SPIEL-ARENA, bis vor Kurzem noch unter dem Siegel ESPRIT arena bekannt. Ein riesiges Stadion, das Platz für mehr als 50 000 Clubber bietet. Auch der sogenannte „Club Music Circle” – sprich der kreisförmig angelegte (überdachte und ebenfalls beheizte!) Bereich rund um die Mainstage – lockt noch einmal weitere zigtausend Partypeople an. Denn auch dort haben sich zahlreiche Stages und Hosting-Partner niedergelassen. Floors, die ihren ganz eigenen Sound mitbringen. Floors, die aus Deutschland und dem Ausland mit großem Gepäck anreisen. Unter anderem quartieren sich zwischen dem 16. und dem 18. November in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt ein: elrow, Butan, deepblue, Feier Rhein, silq, Global Stage, Panama Open Air und Tanz Nina Tanz. Weitere Floorpartner folgen in den nächsten Wochen.


Hard Facts

World Club Dome Winter Edition
Freitag, 16.11.2018, bis Sonntag, 18.11.2018
MERKUR SPIEL-ARENA, Düsseldorf


Das Line-up

Eine penibel zusammengestellte Auswahl der absoluten Eliteklasse. Eine Mischung aus Veteranen der Musikgeschichte (Black Eyed Peas), EDM-Koryphäen (Dimitri Vegas & Like Mike), deutschen Exportschlagern (Robin Schulz), langjährigen Weggefährten (Moguai) und verheißungsvollen Newcomern (Curbi). Da momentan die Line-up-Phase-2 die Runde durch die Medienlandschaft macht, werfen wir doch gleich mal einen ganz aktuellen Blick auf ein paar ausgewählte Artists:

Mit den Black Eyed Peas steigt man in die musikalische Zeitmaschine und reist zurück bis ins Jahr 2003, als die legendäre Band mit „Elephunk” ihren internationalen Durchbruch schaffte. 76 Millionen verkaufte Platten, Gewinner des MTV Music Awards, sechs Grammy-Nominierungen und -Gewinne. Die Amerikaner feiern bei der WCD Winter Edition ihren gigantischen Tour-Abschluss. Last Stop: Duesseldorf.

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The Chainsmokers: Die selbst ernannten Kettenraucher spielen ihre deutschlandweit einzige Show bei der diesjährigen World Club Dome Winter Edition. Das Future-Bass-Duo aus New York gründete sich im Jahr 2009. Fünf Jahre später: der internationale Erfolg mit dem Track „#Selfie”. Bis zum heutigen Tag wurde das offizielle Musikvideo via YouTube satte 533 Millionen Mal aufgerufen.

Er hat die Winter Edition quasi eröffnet, im Jahr 2015, mit der weltweit größten DJ-Solo-Show: Hardwell. 2018 ist der Holländer, der mit seiner Revealed-Marke sein eigenes Label-Imperium betreibt, natürlich ebenfalls am Start.

Grinsebacke Frans Zimmer alias Alle Farben wäre eigentlich das perfekte Werbegesicht. Uns wundert es, warum er bisher noch in keinem Zahnpasta-Spot zu sehen war. Zu sehen – und vor allem zu hören – ist er im November in Düsseldorf. In petto hat er natürlich seine Hits wie „Please Tell Rosie” und „She Moves”.

Dimitri Vegas & Like Mike: Längst haben die Belgier mit griechischen Wurzeln den Olymp der EDM-Szene erklommen. Die Tomorrowland-Residents spielten bei der zweiten WCD Winter Edition eine Solo-Show. Dimitri Vegas ist großer Comic-Fan und liebt es, aus mehreren angefangenen Produktionen einen einzigen Track zu generieren. Sein Bruder Like Mike ist im Projekt für die meisten Melodien verantwortlich, die ihm laut eigener Aussage unter der Dusche einfallen.


Wer jetzt denkt „Hm, sind ja nur Kommerznasen dabei …”, dem treten wir mit erhobenem Zeigefinger entgegen. Denn natürlich liegt der Fokus eindeutig auf kommerziellen DJs und Artists, allerdings kommt auch die Technofraktion keineswegs zu kurz. So mischen sich unter anderem folgende Acts unters Volk:

Techno, made in UK. Oder anders gesagt: Alan Fitzpatrick. Alan beschreibt seinen Stil selbst als eine Mischung aus Melodie und einer starken Bassdrum, gepaart mit harmonischen Synthie-Klängen. Seine musikalischen Einflüsse: Radiohead, Goldie, Prince, Joy Division.

CamelPhat: Seit acht Jahren mischt das britische Produzentenduo auf dem elektronischen Musikmarkt kräftig mit – und diesen kräftig auf. Das erfolgreichste Release der beiden entstand zusammen mit dem Londoner DJ Elderbrook. Der Track „Cola” sollte eigentlich jedem ein Begriff sein. Knapp daneben: Die bei Spinnin’ Records unter Vertrag stehenden Musiker waren bei den Grammy Awards 2018 in der Kategorie „Best Dance Recording” mit ihrem Erfolgstrack „Cola” nominiert. Gewonnen hat jedoch „Tonite” von LCD Soundsystem.

Auch er war für den Grammy nominiert: der DJ, Produzent und Labelbetreiber Nic Fanciulli. Doch auch er musste sich der Konkurrenz geschlagen geben. Dennoch war es eine große Ehre für den Briten, der auf so gut wie jedem Festival der Welt bereits im Line-up stand – und natürlich auch beim WCD nicht fehlen darf.

Frank Sonic: Er ist das personifizierte Synonym für einen der besten Clubs, die unser Land zu bieten hat: den Butan Club in Wuppertal. Dort ist der gelernte Veranstaltungskaufmann nämlich Resident. Wo er bei der WCD Winter Edition spielen wird? Wir tippen mal ganz stark auf den Floor des Butan!


Und so kommen wir zu den Floors.

Was für eine grandiose Überleitung. Etwa 20 Stages in und um die Arena wird es geben. Neben der großen Mainstage mit ihren EDM-Superstars sind es vor allem die kleineren Bühnen, die die Massen anziehen. Aus Platzgründen können wir allerdings nur auf eine Handvoll Floors eingehen. Hier unsere Empfehlungen:

Butan: Wohl an Bord, wie erwähnt: Frank Sonic. Wen der Grevenbroicher noch dabei hat? Abwarten. Sicher ist: Die Techno-Institution wird mit einer bombastischen Soundanlage und einem großartigen Line-up auffahren.
elrow: Die Stages der Veranstaltungsagentur aus Barcelona sind der Eyecatcher schlechthin auf jedem Event. Sie sind bunt, schrill, kreativ, verrückt bestückt. Definitiver Wiedererkennungswert!
silq: Der Düsseldorfer Club ist noch recht neu, feiert Ende September sein gerade mal zweijähriges Bestehen. Allerdings lässt es die Crew des silq bereits seit zwei Jahren ordentlich krachen. Mit Lokalmatadoren und (inter-)nationalen Technogrößen.
Panama: Das Statement „Oh wie schön ist Panama” ist im Zusammenhang mit der Bonner Open-Air-Veranstaltung zwar schon etwas abgedroschen – aber aus diesem Statement wird Understatement. Bei der World Club Dome Winter Edition geht das Sommerspektakel auf Winterwanderung. Techno at its best – das hat man sich auch in Düsseldorf natürlich auf die Fahne geschrieben.


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Die Show
Wie man es von World Club Dome gewohnt ist: eine Show, die für offene Augen, offene Münder, Staunen und Verwunderung sorgen wird. Eine kolossale Mainstage im Herzen der Arena, von oben bis unten mit technischen Raffinessen ausgestattet. Egal, ob Indoor-Fireworks, andere Pyro-Spezialitäten, Flame-Jets, CO2-Shooter, Laser, Visuals, LED-Walls oder Moving Lights: Die Inszenierung der DJ-Sets wird auch 2018 wieder neue Ausmaße annehmen. Denn ein Stillstand, ein auf der Stelle Treten, ein Verharren? Nicht beim World Club Dome. Fortschritt lautet die Devise. Und fortschrittlichste Technik ist definitiv geboten.


Das bisherige Line-up in seiner vollen Pracht

Headliner: Black Eyed Peas, The Chainsmokers, Dimitri Vegas & Like Mike, Don Diablo, Hardwell, Lost Frequencies, Marshmello, Nervo, Robin Schulz, Alan Fitzpatrick, Alle Farben, Camelphat, Gestört aber GeiL, Le Shuuk, Lucas & Steve, Nic Fanciulli, Sigma, Zatox

Mehr Headliner: Ask:Me, Bolier, Cocolate Puma, CMCS, Code Black, Curbi, Drunken Masters, Eskei83, Frank Sonic, LNY TNZ, Moguai, Moksi, Plastik Funk, Pretty Pink, Steve Norton, The Him, Zohki

Support & Floor-Artists: 2Elements, Achilles, ACME, Animale, Bebo, Björn Polanski, Blondee & Roberto Mozza, Boris Dlugosch, Brandon, Bytgen, Carolinablue & Mister Smallz, Clark, Dario Rodgriguez, Dekon, Dia Plattenpussys, DJ Cor, DJ Incognito, DJ Meks, DJ Phunk, Dr. Love, Dust in Dawn, Eame, Ela H., Fred Brune, Gas Monkeys, Gevo Agua, Guzzlehooker, Housekasper, Janara, Jewski, Jon Sine, Josh Canallie, Juan Manuel, Justin Prince, Kara, Karol Tip, Kim Noble, Larissa Riess, L-Ex, Marc Faenger, Marcel Aquila, Micha Moor, Miss Disk, Miss Luna, Monoploid, Mossy, Motoe Haus, Nando, Noizeless, Oliver Magenta, Pintovic, Radau Deluxe, S.E.B.I., Salvatore Bruno, Sam & Montoro, Spick & Span, Sven Nox, The Disco Boys, THRDL!FE, Tiefblau, Tom & Dexx, Wolfgang Filz

Taucht man in die Historie der World Club Dome Winter Edition ein, werden sich vielleicht viele fragen: „Warum drei Tage statt eines Tages, warum Düsseldorf statt Gelsenkirchen, warum 100 Acts statt einer DJ-Solo-Show?” Antworten auf diese und weitere interessante Fragen erhaltet ihr im Interview, das ich mit Bernd Breiter geführt habe, dem Gründer der Eventreihe.

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Text: Torsten Widua
(C) Foto oben: Amol Rafal
(C) Foto unten: Julien Duval