Um Frauen besser vor nächtlichen Übergriffen in Bars und Clubs zu schützen, wurde in England und Wales ein neues Pilotprojekt namens „Project Vigilant“ ins Leben gerufen.

Das Projekt ist eine Reaktion auf die lautgewordene Forderung nach mehr Schutz für Frauen vor sexueller Belästigung und Gewalt. Zu den Maßnahmen gehören etwa der vermehrte Einsatz von Zivilpolizisten, die in der Umgebung von Clubs und Bars patrouillieren sowie eine intensivere nächtliche Beleuchtung und Videoüberwachung. Rund 45 Millionen Pfund lässt sich die Regierung diese Aktion kosten.

Doch schon jetzt wird Kritik an dem Vorhaben laut, die Aktion würde den Frauen nicht wirklich helfen. In Bezug auf den Mordfall Sarah Everard (Everard war nachts von einem Polizeibeamten ermordet worden), sagte die Labour-Abgeordnete Stella Creasy gegenüber „BBC Radio 4“: „Sarah Everard war nicht auf einer nächtlichen Party. Die Idee, dass das vermehrte Aufstellen von Polizeibeamten in Zivil in Nachtclubs dieses Problem lösen wird, lässt außer Acht, dass Frauen an allen möglichen Orten missbraucht, angegriffen und eingeschüchtert werden.“

Creasy forderte darüber hinaus, dass Frauenfeindlichkeit als Hassverbrechen erfasst wird, „so dass Verbrechen wie sexuelle Belästigung, Missbrauch und Einschüchterung als solche gemeldet und registriert werden können.“ Es müssten Muster erstellt werden, um die Polizei bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

Auch Außenminister Dominic Raab äußerte gegenüber „Sky News“, dass die Regierung mehr tun müsse, um Frauen vor Gewalt zu schützen. „Es ist entsetzlich, dass Frauen immer noch unter Angst, Einschüchterung und Drohungen leiden – das sage ich als Sohn, Ehemann und Bruder einer Schwester“, so Raab.

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Quelle: Mixmag