Die in Deutschland beheimatete PR- und Management-Agentur PUSH HARD feiert zehnjähriges Jubiläum und blickt – der Corona-Krise zum Trotz – positiv in die Zukunft. Während die Agentur um Inhaber und Diplom-Soziologe Lars Kaemmerer selbst eher im Tarnkappen-Modus unterwegs ist und sich im Hintergrund hält, sprechen die Referenzen für sich. In den zehn Jahren betreute das Team einen beachtlichen Kundenstamm – darunter renommierte Artists aus der ganzen Welt wie Kris Menace, Ramiro Lopez, Pretty Pink, Kolombo, Jonas Rathsman, Fatima Hajji, Thomas Schumacher und Super Flu. Indie- und auch Major-Labels wie Sony, sowie Booking-Agenturen gleichermaßen vertrauen auf die gut vernetzte Agentur und ihr Know-how rund um internationale Promotion, Marketing und PR. Wir haben zum Jubiläum das erste Interview überhaupt mit dem Inhaber geführt und einen Blick durchs Schlüsselloch der Agentur und ihrer internationalen Kampagnen geworfen.

Lars, wie kommt es, dass man mit dir bisher keine Interviews findet und auf die Agentur eher über Mund-zu-Mund-Propaganda aufmerksam wird?

Grundidee war es immer, die Agentur ohne Außenwerbung bekanntzumachen, also rein über Empfehlungen und direkte Kontakte, um eine solide Basis zu schaffen. Wir legen den Fokus zu 100 Prozent auf das Projekt, den Künstler oder das Release. Dabei bleiben wir gerne im Hintergrund und übernehmen die Fleißarbeit – die Lorbeeren erhalten vollkommen verdient der Künstler, Label oder jeweilige Auftraggeber. Wir sorgen nur für den richtigen Voodoo-Zauber.

Nun habt ihr zehnjähriges Jubiläum und das in der vielleicht schwierigsten Zeit für den Kreativbereich und die Musikszene. Wie geht ihr damit um?

Der Einbruch bei Artists und Veranstaltern ist ohne Frage immens. Natürlich merken wir das genauso und haben versucht, sehr schnell und flexibel auf die Situation zu reagieren, um neue Wege für unsere Klienten zu gehen und Schwerpunkte anders zu setzen. Bis die Szene wieder einen Normalzustand im Eventbereich erreicht, kann es noch lange dauern. Von daher sind wir froh, breit aufgestellt zu sein, um jetzt an den richtigen Stellschrauben zu drehen.

Viele eurer Künstler und Labels sind seit dem ersten Jahr der Agenturgründung dabei – eher eine Seltenheit für das schnelllebige Musikbusiness?

Ganz klar: Die Chemie muss stimmen, um über einen so langen Zeitraum miteinander erfolgreich zu arbeiten. Und tatsächlich ist auch so manche Freundschaft aus den Projekten entstanden. Letzten Endes versuchen wir aber einfach, kontinuierlich gut abzuliefern. Das ist das ganze Geheimnis.

Obwohl ihr manchen internationalen Star im Portfolio habt, nehmt ihr auch immer wieder kleinere Artists und junge Labels auf – welche Idee steckt dahinter?

Es war nie mein Wunsch, die Agentur und das Team unendlich wachsen zu lassen. Sondern vielmehr eine feste und solide Instanz auf internationalem Niveau aufzubauen, mit der man schnell und flexibel reagieren kann und den persönlichen Kontakt zum Klienten behält. Und so findet zum Beispiel ein kleines Label aus Paris bei uns genauso ein Zuhause wie ein weltweit bekannter Act mit ausgebuchtem Tour-Kalender. Damit möchte ich der Agentur auch die Möglichkeit geben, aufstrebende Künstler und Labels zu betreuen, bei deren Sound ich sofort Gänsehaut bekomme. Diese Leidenschaft und Freiheit möchte ich bewahren.

Auf welche Bereiche habt ihr euch im Laufe der Jahre spezialisiert?

Wir sind im Laufe der Jahre zu einer Full-Service-Agentur geworden. Ein Teilbereich ist internationale Release-Promotion, Kreation und Artist PR/Consulting. Dazu kommen Social Media und bei ausgewählten Künstlern auch Management. Vor allem aber sind wir gut vernetzt. Nicht nur in die Medien- und Blog-Landschaft, sondern auch zu A&Rs, Verlagen, Distributoren, Veranstaltern und Booking-Agenturen. Da ich ein Fan von Zahlen und Statistiken bin, haben wir früh angefangen, auf Themen wie Streaming zu setzen. Mittlerweile hat allein Deutschland die 100-Milliarden-Marke an Streams überschritten – und das mit steigender Tendenz. Ein enorm wichtiger Absatzmarkt und eine stabile Möglichkeit, etwas von Investitionen zu recoupen.

Wie siehst du die Zukunft und wie sieht der Plan für die nächsten Jahre aus?

Wir alle stehen vor großen Herausforderungen, die wir aber gemeinsam bewältigen können. Man darf jetzt weder den Kopf in den Sand stecken noch sich mit Über-Aktionismus verschleißen. Jetzt heißt es, an den richtigen Stellen investieren und positiv denken, um langfristig am Start zu bleiben. Wie heißt es so schön: Lache, und die Welt lacht mit dir.

 


Aus dem FAZEmag 100/06.2020
Text: Triple P
Foto: Jana Pankow
www.pushhard.de