Untold Armin van Buurren


2015, direkt nach der ersten Ausgabe des Untold Festivals wurde das Festival in Groningen beim Eurosonic Noorderslag zum ‚Best European Festival‘ gewählt. Zurecht!
Noch ziemlich neu auf der europäischen Festivalbühne fahren die Rumänen im vierten Jahr dort eine ziemlich steile Feier, die viele Geschmäcker bedient, ohne cheasy zu wirken, ganz im Gegenteil, und gleichzeitig mit über 355.000 Besuchern das größte Festival in Rumänien ist.
Untold fandvon Donnerstag bis Sonntag mitten in Cluj statt, in der Cluj Arena und in einem grünen städtischen Park drumherum. Mittags ging es los, bis acht Uhr morgens.
Ganz easy zu Fuß zum Festival zu gehen oder günstig mit Uber ist schon ziemlich genial.

Die Stadt ist nicht groß, die Entfernungen sind nicht weit. Womit allerdings die älteren Anwohner bestochen wurden, deren Wohnungen und Balkone in Kölschglaswurfweite vom nächsten Dancefloor entfernt sind, ist mir noch unklar.
Cluj ist die zweitgrößte Stadt Rumäniens und wird z. B. für kleines Geld von Wizzair direkt von Köln, Nürnberg, Dortmund und München angeflogen.
Das Line-up kommt mit allen dicken Festival-Acts um die Ecke, die gerade abgefeiert werden: Dimitri Vegas & Like Mike, Steve Aoki, Danny Avila und so weiter, die alle in der zentralen Cluj Arena spielten.

Absolutes Highlight in der Cluj Arena war die Show von The Prodigy. Keith Flint, Liam Howlett und Maxim Reality wissen einfach wie man ein Stadion rockt. „Wild Frontier“ und der Super-Klassiker „No Good“ räumten einfach alles ab. Auch neue Stücke haben die Jungs gespielt – aus dem Album ‚“o Tourists“, das im November erscheint. Man kann gespannt sein!

Verteilt auf den Park um das Stadion finden sich weitere, oft intimere Bühnen, die mit House, Tech House und Trance bespielt wurden. Jede einzelne Stage im Park war aufwendig dekoriert und erinnerte an ein Open Air im Wald. Hier im Park spielten Acts wie Claptone, Black Coffee, Oxia, Acid Pauli, Jan Blomqvist und Satori aus Holland. Mit Spannung erwartet wurde  das Set von Kristian Nairn, besser bekannt als Hodor aus „Game Of Thrones“. Der debile Stallknecht der Fantasie-Saga präsentierte ein astreines, sehr cooles House-Set, Oldschool, aber auf den Punkt! Sehr geil, Hodor! Die Trance Stage im Park fuhr die großen Namen und Altmeister auf: Markus Schulz, Ferry Corsten, ATB, The Thrillseekers und Solarstone schicken ihre Flächen und Melodien ebenfalls zwischen Bäumen auf die Leute.

Wenige Meter neben der großen Arena war eine weitere Sporthalle, die zum Galaxy Techno-Floor umfunktioniert wurde. Hier spielten auf vier Tage verteilt Pan-Pot, Nina Kraviz, Loco Dice Seth Troxler, Paul Kalkbrenner, Jamie Jones und Solomun auf einer Bühne, die wie eine mutierte Muschel auf LSD aussah.
Solomun wurde in Rumänien derart abgefeiert, als hätte er dem ganzen Stadion Freibier ausgeben. Einlasstop in der Halle!

Das Motto des Untold Festivals war Wolf Spirit. So war die Deko im Park – und von den vielen Walking Acts stark an die rumänische und transsilvanische Mythologie angelehnt.
Es hatte ein bisschen etwas von Draculas in Steam-Punk-Kostümen.

Der krönende Abschluss am Sonntag war ein siebenstündiges DJ Set von Armin van Buuren bis neun Uhr morgens. Sehr viel 1a klassisch-flächiger Uplifting Trance. Ohne viel Schnickschnack im prall gefüllten Stadion. Das gibt schon mal Goosebumps.

Weiteres Pro: Rumänien ist – im Vergleich zu Festivals hierzulande – sehr günstig. Das Festivalticket lag bei 149 Euro für vier Tage, der Flug nach Cluj nonstop ab Köln bei 73 EUR, ein 0,4 Liter großes Bier kostete ca. 2,50 Euro. Und die Uber-Fahrten vom Flughafen in die City zu 5 Euro. Für ein überschaubares Budget bekam man beim Untold Festival ziemlich viel geboten!

Der Flugahfen Cluj-Napoca zählt übrigens einem Travelbook.com Ranking zufolge zu den zehn schlechtesten Flughafen Europas. Muss man auch mal gesehen haben.
Für alle, die am Flughafen noch etwas Rumänische Leu übrig hatten, gab es hier transsilvanischen Dracula-Schnaps in allen Varianten.

Bis nächstes Jahr, Untold Festival!

www.untold.com

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