Zwischen März 2016 und April 2019 wurde der weltweit zweitgrößte Online-Marktplatz für Drogen im Darknet von drei Deutschen betrieben. Das Trio wurde nun von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt angeklagt. Der Grund: Verdacht auf bandenmäßigen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Darüber hinaus wurden zwei der Angeklagten der Untreue beschuldigt.

Alle drei waren nach kurzer Untersuchungshaft wieder auf freiem Fuß – natürlich gegen Auflagen. Die Plattform „Wallstreet Market“ hat in erster Linie mit Drogen, aber auch mit ausgespähten Daten, gefälschten Dokumenten und Schadsoftware gehandelt. Erreicht wurde die Plattform über das TOR-Netzwerk, bezahlt wurde mit Bitcoins und Monero. Es gab 11,5 Millionen Kundenkonten, mehr als 6.200 Verkäufer und ca 63.000 Verkaufsangebote. Da war garantiert für jeden was dabei.

Die Drei sollen sich Provisionen in Höhe von 2 bis 5,5 Prozent ausgezahlt haben. Klingt erst mal gar nicht so viel. Allerdings sollen während des Betriebs 75 Kilogramm Kokain, 11 Kilogramm Heroin, mehr als 2,4 Tonnen Cannabisprodukte, 642 Kilogramm Amphetamine, 156 Kilogramm MDMA, 52 Kilogramm Methamphetamin, mehr als 460.000 Ecstasy-Pillen und mehr als 240.000 LSD-Einheiten verkauft worden sein.

Bei Einnahmen von 36 Millionen lag die Provision der Drei bei rund 8,6 Millionen Euro. Kein schlechter Verdienst würde ich mal behaupten. Die Beamten fanden bei Durchsuchungen mehr als 550.000 Euro Bargeld, Bitcoins in vierstelliger Höhe, mehrere Autos, Computer und Datenträger. Auch andere Kryptowährungen wurden beschlagnahmt. Außerdem wurden Rechenzentren in Rheinlandpfalz, den Niederlanden und in Rumänien durchsucht.

Vom Netz genommen wurde „Wallstreet Market“ am 2. Mai 2019. Es ist aber immer noch unsicher, wann der Prozess stattfinden soll.

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