In welch miserabler Situation sich die meisten (Berliner) Clubs befinden, brauchen wir an dieser Stelle nicht mehr ausführlich schildern: Teure Mieten stehen keinerlei Einnahmen gegenüber, und das seit einem Dritteljahr. Lange wird das nicht mehr gut gehen, für viele ist es womöglich schon zu spät. Doch die CDU hat nun einen Vorschlag gemacht, durch den sich die Clubs aus der finanziellen Notlage befreien könnten: Die Miete soll ihnen erlassen werden und zwischen Vermietern und Land aufgeteilt werden.

Diese 50-50-Regelung sei aktuell nicht nur für Clubs, sondern auch für andere kulturelle Institutionen wie Kinos im Gespräch, so Christian Goiny gegenüber der Berliner Zeitung. Generell halte er die Idee, die erstmals auch private Vermieter in die Pflicht nehmen würde, für umsetzbar und verweist darauf, dass der Landeshaushalt bereits entsprechend vorbereitet sei.

Ernsthaft diskutiert wurde das Vorhaben innerhalb der rot-rot-grünen Koalition zwar noch nicht, man sei aber gewillt, den von der Corona-Krise betroffenen Unternehmen Mieteinsparungen zu gewähren und die Gewerbemieten ausgeglichen zu verteilen.

Eine Stundung der Mieten sei laut einem Artikel der Berliner Zeitung hingegen keine langfristige Option. Stundungen helfen den Clubbetreibern zwar kurzfristig, werden nach einigen Monaten aber zum Problem, da sie, sobald der Club wieder öffnet, zurückgezahlt werden müssen.

Der nun eingereichte Vorschlag der CDU ist eine sinnvolle Idee, letztlich jedoch auch nur ein Vorschlag von vielen. In der Senatskulturverwaltung sei man grundsätzlich erfreut über jegliche Pläne, um Clubs- und Kultureinrichtungen zu unterstützen, man erhalte allerdings zahlreiche Vorschläge, die alle zu prüfen seien, so Daniel Bartsch, Sprecher der Kulturverwaltung.

 

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Quelle: Berliner Zeitung