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Die britische Firma Allen & Heath bringt mit dem Xone:23 den Nachfolger zum Xone:22 heraus. Dieser konnte sich bereits als multifunktionales Zweikanal-Mischpult sowohl für den Heimgebrauch als auch für kleinere Bars behaupten. Allen voran stand die solide Verarbeitung, die auch ihren Weg in den Nachfolger gefunden hat. Das Mischpult bietet zwei Kanäle mit jeweils einem Line- und einem Phono-Eingang, die über zwei Drei-Band-Equalizer und einem Filter bearbeitet werden können. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, ein externes Effektgerät durchzuschleifen sowie ein Mikrofon anzuschließen. Der Crossfader hat zwei Einstellungen für die Kurve, ansonsten finden sich die üblichen Regler, um Kopfhörer- und Masterausgang einzustellen.

Im Grunde haben Allen & Heath also ein simples Pult gebaut. Im Vergleich zum Xone:22 wirkt das Design  deutlich moderner. Die LEDs an den Kanälen sind einer großen Anzeige für den Master gewichen, der Filter bietet nun auch eine Einstellung für die Resonanz und der Mikrofonkanal kam hinzu. Leider weist das Pult aber auch minimale Schwächen auf. Anstatt mit einem Schalter zwischen Line und Phono zu wechseln, gibt es lediglich vier Gainregler. Nicht nur, dass das verwirrt, man muss fremden DJs auch erklären, an welchem Input nun die Plattenspieler sind und an welchem die CD-Spieler oder die Soundkarte. Wären die Inputs noch als „Input Line“ oder „Input Phono“ betitelt, wäre dies noch elegant gelöst. Aber eine simple Durchnummerierung bietet leider keinen direkten Überblick.

Die zweite kleine Schwäche bietet das Filter. Eigentlich ja die große Stärke der A&H DJ-Pulte. Ein VCF-Filter pro Kanal wäre schön gewesen. Wäre aufgrund des geringen Pultpreises aber wohl etwas zuviel verlangt. Wohl durch den analogen Aufbau bringt das Filter in der 20 kHz-Stellung allerdings ein leises Rauschen mit sich. Das ist mir bei den größeren Modellen so nie aufgefallen. Nach einer Nachfrage beim Support von Allen & Heath wurde mir gesagt, dass dies normal sei und im Normalbetrieb nicht auffalle. Auch die Effektschleife bereitet Kopfzerbrechen. Schön, dass sie da ist, aber ohne einen Dry/Wet-Regler seitens des Mischpults werden viele externe Effektgeräte nicht brauchbar sein.

Doch sollen die hervorgehobenen Makel den Gesamteindruck nicht komplett verzerren. Denn im Wesentlichen überzeugt der Xone:23 restlos. Der Sound ist klar, kraftvoll und für solch eine kleine Kiste erstaunlich laut. Während man bei anderen Mischpulten der Größe manchmal Angst haben muss, ob es wirklich den Anforderungen einer Party gerecht wird und nicht nur eine Lösung für Zuhause ist, spielt der Xone:23 in einer ganz anderen Liga. Auch unter extremer Lautstärke bleibt der Klang sauber, die Equalizer trennen an den gewohnt guten Stellen und auch der Kopfhörerausgang klingt solide und hat genug Druck, um mit dem Master mitzuhalten.

Und so bleibt ein durchwachsener Eindruck. Die Klangqualität, die Equalizer, die solide Bauweise – alles Pluspunkte, die Allen & Heath für sich verbuchen kann. Die Konkurrenz bietet bis auf den Sound allerdings durchaus mehr Features, auch für weniger Geld. Wer mit den kleineren Schwächen klarkommt und nur auf die Klangqualität achtet, wird ein wunderbares Pult bekommen. Wer jedoch als Bedroomer oder Barbesitzer nach maximalen Möglichkeiten in einem kompakten Pult sucht, sollte vor der Entscheidung lieber eine Nacht darüber schlafen. / BRNK

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Allen & Heath Xone:23
Vier Inputs (2x Phono / 2x Line)
Ein Mikrophoneingang
Vier Eingänge können über Gainregler gleichzeitig wiedergegeben werden
Drei-Band-Equalizer mit Full Kill
Crossfaderkurve schaltbar
hintergrundbeleuchtete Gummi-Taster für Cue, Filter und Effektschleife
Ein VCF Filter (20 Hz – 20 kHz)
FX Send/Return-Schleife
XLR Master Ausgang
Monitor Ausgang (Chinch)
Record Ausgang (Chinch)
Preis: 355 EUR UVP (ca. 290 EUR  Straße)

 

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