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Mit „Recluse“ starteten Argyris Theofilis und Simone Olayemi Adefikayo Ogunbunmi alias Argy & Mama in ein gemeinsames Projekt, aus dem sehr schnell ein Album entsprang. Argy, der 2008 mit „Focus On Argy“ auf Poker Flat debütierte und Platten auf Ibadan, Cocoon, liebe*detail, Cadenza und Memento produzierte, brachte die House-Seite mit in die Kollaboration. Mama arbeitete bereits mit Tiefschwarz, Munk und Catz ’n Dogz zusammen und fügte den Melodien ihre markante Stimme hinzu. Es ist eine Fusion aus ausdruckvollen Vocals und modernem House, der sich in einer Anflucht von Melancholie an bewährten Stilmitteln bedient. Für „Dominonation“ produzierten die zwei eine energetische House-LP, die beiden Künstlern gleichermaßen viel Raum lässt, um sich zu präsentieren. Am 16. Januar soll das gemeinsame Werk auf BPitch Control erscheinen. Wir haben dem Duo ein paar Fragen gestellt.

Da 2015 noch frisch und neu ist, starten wir mit einer offensichtlichen Frage: Wie war 2014 für euch? Was waren eure Highligts? Welche Momente sind euch im Gedächtnis geblieben?
Argy: Ich hatte einen großartigen Sommer. Ich habe in meinen Lieblingsclubs auf Ibiza gespielt, im Amnesia und im Space. Das Touren und Abhängen in New York City hat mir ein gutes Gefühl für den Rest des Jahres gegeben. Ich habe so ziemlich das ganze Jahr damit verbracht, zu touren und ‚Dominonation‘ mit Mama zu entwickeln.
Simone: Der Höhepunkt für mich war ein Auftritt auf dem Glastonbury 2014. Ich sollte eigentlich nur eine Nacht auftreten, aber die NYC Downlow Crew hat mich dazu gebracht, jeden Abend live für Seth Troxler, Hannah Holland, Tamo Sumo und ND Baumecker zu singen. Es hat sich wie ein gutes Warmup für die kommende Argy & Mama Live Show angefühlt, da wir mit einem ähnlichen DJ- und Live-Vocal-Setup arbeiten.

Wie habt ihr zwei euch kennengelernt?
Simone: Wir sind uns nicht sicher, wie wir uns eigentlich kennengelernt haben. Wir haben vier Jahre bevor wir uns überhaupt trafen zwei Türen voneinander entfernt gewohnt und nun leben wir immer noch im gleichen Viertel und haben viele gemeinsame Freunde. Aber ich glaube der Wendepunkt war, als wir uns in einer Bar trafen und Witze über eine gemeinsame Band machten. Drei Monate später hatten wir ein Album ohne Namen und ohne genauen Plan fertig. Es hat sich einfach so ergeben.

Hattet ihr von Anfang an ein Album im Sinn oder war es der Erfolg von „Recluse“, der bei euch den Gedanken über einen Longplayer weckte?
Argy: Wir hatten einen so großen kreativen Schub, dass wir große Teile des Albums impulsiv aus uns heraus bekamen. 80% des Albums kamen ganz einfach und organisch, der Rest kam durch das Füllen der Lücken und dem Versuch, eine ehrliche Repräsentation von uns selbst zu erschaffen.

Was bedeutet für euch der Titel „Dominonation“?
Argy: „Ich habe mit Janet Jacksons ‚Rhythm Nation‘-Projekt angehört und das Wort ‚Nation‘ hat mich berührt, weil es auch eine Verbindung mit House hat. Mama hat das gleiche gefühlt. Am Anfang bestand der Albumtitel aus zwei Wörtern, Domino und Nation, aber wir wollten dann den ‚Domination‘-Winkel erkunden, so kam das Wortspiel ‚Dominonation‘ zustande. Einige Leute denken, dass ‚Dominonation‘ ein politisches oder ethnisches Statement ist, aber eigentlich ist es den Leuten selbst überlassen, wie sie es interpretieren.

Argy, war es schwierig für dich, nur mit einer Sängerin für ein ganzes Album zu arbeiten?
Argy: Künstlerisch nicht wirklich, weil Mama eine beeindruckende Songschreiberin und Sängerin ist und wir gemeinsame musikalische Interessen haben. Aber es war schwierig für mich zu akzeptieren, dass ich in einer Band bin! Sie war ja kein einmaliges Feature.

argy mama dominonation cover

Simone, nachdem du bereits mit Tiefschwarz, Catz ’n Dogz und Munk zusammengearbeitet hast, inwiefern war der der kreative Prozess mit Argy anders?
Simone: Unsere Zusammenarbeit startete so, wie ich mit vielen Technokünstlern zusammenarbeite, sie schicken mir Musik und ich nehme meinen Gesang in meinem Studio zu Hause auf und schicke dann die einzelnen Teile per Wetransfer zurück. Wir diskutieren über Struktur und Mixing per Email oder Whatsapp, ohne direkten, persönlichen Kontakt. Aber da Argy und ich quasi Nachbarn sind, haben wir diesen Zyklus sehr schnell durchbrochen und uns für einige Monate in die Lage des anderen versetzt. Ich glaube, dass unsere Freundschaft, Spaß haben und sich zusammen wohlfühlen es uns ermöglicht haben, recht schnell kreativ zusammenzukommen und ein solides Album zu produzieren.

Was denkt ihr, wohin sich House entwickelt?
Argy: Ich glaube das Interessanteste, das wir im Moment sehen können ist, dass House und Techno langsam als Genres so akzeptiert werden wie Rock- und Indie-Musik. Das war nicht immer so. Ich denke daher, dass der Wandel eher in den Köpfen von Menschen ist, als der eigentliche Sound selbst.

Plant ihr einen gemeinsamen Liveact?
Simone: Wir haben bereits begonnen, unsere Liveshow in Clubs zu testen. Wir haben eine kleine Tour im Dezember gemacht und hatten unglaubliches Feedback. Das Publikum ist es wohl gewohnt, Freestyle-Sänger zu sehen, die zufällige Hooks über Musik in einem Club singen, und das ist auch ok, aber wir sind eine Band. Wir liefern eine Clubversion von unserem Debütalbum, eine Art Minikonzert für den Dancefloor. Das scheinen die Leute erfrischend zu finden.

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