https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/legalcode, image by Bernt Müller

https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/legalcode, image by Bernt Müller


Im Berliner Party-Kiez um die Simon-Dach-Straße soll es künftig eine Sperrstunde geben, wie die BILD-Zeitung berichtet. Auf insgesamt sieben Straßen soll bald ab 23 Uhr (wochentags) und ab 1 Uhr (am Wochenende) Schluss mit dem Lärm sein. Dies wurde laut BILD von den Linken im Bezirk in einem BVV-Antrag gefordert. Gastronomen müssten dann spätestens zu dieser Uhrzeit ihre Tische und Stühle von den Gehwegen geräumt haben.

„Die Anwohner dort beschweren sich seit Jahren über den Lärm und nichts passiert“, sagte Fraktionsvorsitzender der Linken Oliver Nöll. Auf der gesamten Simon-Dach-Straße, am Boxhagener Platz sowie in Teilen der Krossener Straße, Grünberger Straße, Sonntagstraße, Neuen Bahnhofstraße und Lenbachstraße wäre die Außengastronomie dann weitläufig eingeschränkt. Es gäbe momentan keine einheitliche Regelung. „Bisher wird das von Lokal zu Lokal unterschiedlich gehandhabt“, so Nöll.

SPD-Stadtrat Andy Hehmke machte sich vorletztes Wochenende selbst ein Bild: „Das Wetter war schlecht, vor den Kneipen nicht viel los und trotzdem war ein Höllenlärm auf den Straßen“. Leute auf dem Weg zu Party-Locations oder Hostels waren der Grund für den Krach. Der Antrag der Linken greife deshalb zu kurz.

Die Lärmbelästigung ist auch für die Grünen ein wichtiges Thema: „Wir werden den Antrag diskutieren“, sagte Fraktionsvorstand Julian Schwarze. Zwischen Gewerbetreibenden, Besuchern und Anwohnern müsse ein Ausgleich geschaffen werden. Mit Schwerpunktkontrollen sollen jetzt Daten gesammelt werden, um das weitere Vorgehen zu planen.

Der Partytourismus ist zwar ein Wirtschaftsfaktor, raubt den Anwohnern jedoch den letzten Nerv. Ihre Lebensqualität wird stark eingeschränkt. Die Initiative „Die Anrainer“ ist froh, dass die Diskussion nun wieder Anklang gefunden hat. Die Mitglieder der Initiative sind zwischen 20 und 80 Jahren alt. Von Studenten, über Handwerker und Unternehmer, bist hin zu Mietern und Wohnungseigentümern ist alles dabei.

Das könnte dich auch interessieren:
IFZ bekommt Sperrstunde aufgezwungen
Dresdner Techno-Club Sabotage droht das Aus
Stadt Nürnberg will Techno auf Afterhours verbieten
Berliner G20-Polizisten sorgen für Skandal