Cannabis-Ersatz – dieses Moos enthält THC-ähnliche Substanz

Stefan Fischer / Universität Bern
Stefan Fischer / Universität Bern

In Japan, Neuseeland und Costa Rica gibt es Lebermoose, die eine Substanz namens Perrottetinen beinhalten. Dieser Wirkstoff soll der psychoaktiven Substanz Tetrahydrocannabinol (THC) sehr ähnlich sein. Aus diesem Grund werden die Lebermoose aktuell im Internet als „Legal Highs“ verkauft.

Die Substanz aus dem Lebermoos könnte THC überlegen sein, denn es eignet sich besser um Schmerzen zu stillen und Entzündungen zu hemmen. Es gelangt sehr einfach ins Gehirn und entfaltet dort seine Wirkung. Es ist weniger psychoaktiv und soll ähnlich wie körpereigene Endocannabinoide wirken.

Bis zum Jahr 1994 ist man davon ausgegangen, dass nur Cannabis THC produziert. Doch der japanische Pflanzenchemiker Yoshinori Asakawa belehrte uns eines Besseren. Er fand nämlich die THC-ähnliche Substanz im Lebermoos Radula perrottetii und taufte sie kurzum Perrottetinen. Nun wurde die Substanz von Jürg Gertsch von der Universität Bern, Erick Carreira von der ETH Zürich und ihren Kollegen biochemisch und pharmakologisch verglichen. Es wurden auf jeden Fall seltsame Effekte in gewissen Tiermodellen festgestellt. So wirklich gedeutet werden konnten diese allerdings nicht.

Zwischen der Entwicklungsgeschichte der beiden Pflanzengattungen liegen gut 300 Millionen Jahre. Scheinbar sind sie die einzigen, die psychoaktive Cannabinoide produzieren. Um das Perrottetinen genauer zu ergründen, seien aber noch einige Studien notwendig. Vor allem um mögliche Nebenwirkungen auszuschließen.

Es eignet sich auch nicht für den Großanbau, da es nur auf einem bestimmten Untergrund gedeiht. Schon im 16. Jahrhundert wurde Moos für diverse Beschwerden verwendet. Unter anderem hieß es das Moos gegen Haarausfall, Epilepsie oder Krankheiten der Milz helfe. Übrigens, der Name der aktuellen Studie mit dem Moos lautet: “Legal bekifft dank psychoaktivem Moos”.

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