Lockerungen im Kulturbereich sind zwar aktuell in aller Munde – in Berlin dürfen beispielsweise Open-Air-Locations wieder öffnen – doch vielen Clubs und Live-Veranstaltungs-Orten besteht eine lang anhaltende Odyssee bevor, die im schlimmsten Fall in einer Insolvenz enden könnte.

Wie prekär die Situation ist, wird auch in einer Pressemitteilung des FZW Dortmund deutlich:

“Selbst eine Durchführung von Konzerten oder Clubnächten in Musikspielstätten mit einer Kapazität kleiner als 1.000 m² wäre bei Einhaltung der aktuellen Vorgaben der Länder und des Bundes wirtschaftlich nicht tragfähig. Wenn in Zukunft wesentlich weniger Personen in die Locations gehen dürfen, wäre die maximale Auslastung bei ca. 20%. Damit können die Kosten nicht aus den Einnahmen der Tickets und Getränken gedeckt werden, denn die Preise können nicht derart erhöht werden. Unabhängig davon, dass sich niemand eine solche Konzertsituation oder Clubnacht vorstellen mag.”

Eine Reihe von renommierten deutschen Clubs, darunter auch das Berghain, haben sich nun mit einem offenen Brief an die Politik gewandt, der verschiedene Forderungen zur Sicherung der Liquidität enthält.

Aufgrund möglicher Szenarien wie Überschuldung, Zahlungsunfähigkeit oder einer zu hohen Fixkostenbelastung fordern die Unterzeichner des Briefes unter anderem eine Umgestaltung der Kreditprogramme, eine Sicherung der Liquidität, einen Fixkostenzuschuss, eine Anpassung der Kurzarbeit-Bedingungen, einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz (bspw. auf Getränke bei Konzerten), Investitionszuschüsse für nachhaltige Investitionen sowie einen Ausschluss von Tanzveranstaltungen bei der Vergnügungssteuer.

Folgende Clubs haben den offenen Brief unterzeichnet:

halle02, Heidelberg
Im Wizemann, Stuttgart
Gloria, Köln
Club Bahnhof Ehrenfeld, Köln
Capitol, Mannheim
Kulturclub schon schön, Mainz
Posthalle, Würzburg
Kantine, Augsburg
Harry Klein, München
Hirsch, Nürnberg
Distillery, Leipzig
Löwensaal, Nürnberg
Die Rakete, Nürnberg
Columbiahalle, Berlin
NY.Club, München
Carlswerk Victoria, Köln
Docks & Prinzenbar, Hamburg
Pacha, München
Circus Maximus, Koblenz
Pier2, Bremen
Gruenspan, Hamburg
Berghain / Panorama Bar / Säule, Berlin
Batschkapp, Frankfurt
FZW, Dortmund
Live Music Hall, Köln
Helios37, Köln
Kulturfabrik, Krefeld
Fusion Club, Heaven & Conny Kramer, Münster
Aladin Music Hall, Bremen
Modernes, Bremen

Das könnte dich auch interessieren:
Kölner Kultclub macht vorzeitig dicht
Dimitri Hegemann – über Corona, Clubs und Crowdfunding
Sisyphos und Co.: Berliner Open-Air-Locations öffnen wieder ihre Pforten

Quelle: Tonspion.de, Pressemitteilung FZW Dortmund