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Marlene Mortler, die Drogenbeauftrage der Bundesregierung, hat am 18. August den Drogen und Suchtbericht 2017 in der Bundespressekonferenz vorgestellt. Dieser jährlich erscheinende Bericht gibt eine umfangreiche Übersicht über die Aktivitäten der Bundesregierung im Drogen- und Suchtbereich.

Die Drogenbeauftragte Marlene Mortler: „Der Drogen-und Suchtbericht 2017 macht deutlich, wie viel in dieser Legislaturperiode in der Drogen- und Suchtpolitik erreicht werden konnte. Ich denke dabei an das „Cannabis als Medizin-Gesetz“, das Verbot neuer psychoaktiver Stoffe, die Schockbilder auf Zigarettenverpackungen und die Novellierung des Substitutionsrechts. Ich kenne in Europa auch kein anderes Land, das so entschlossen auf die Herausforderung Crystal Meth reagiert hat wie Deutschland.“

Auf Seite 50 des Berichts wurden alle sichergestellten illegalen Drogen im Jahr 2016 aufgelistet:

  • Cannabis: 7,8 Tonnen
    • Haschisch: 1.874 kg
    • Marihuana: 5.955 kg
  • Heroin: 330 kg
  • Opium: 61 kg
  • Kokain/Crack: 1,9 Tonnen
  • Synthetische Drogen
    • Crystal Meth: 62 kg
    • Amphetamin: 1.471 kg
    • Ecstasy: 2 Mio. Tabletten

Es wurden außerdem 15 illegale Labore zu Herstellung synthetischer Drogen konfisziert.

2016 wurden 1.333 drogenbedingte Todesfälle polizeilich registriert. Dies ist ein Anstieg von 9% gegenüber dem Vorjahr (1.226). Seit Vier Jahren ist mit einer erneuten Zunahme von Drogentoten ein vergleichbares Niveau zum Jahr 2009 erreicht. Die meisten Drogentoten wurden in den bevölkerungsreichsten Bundesländern festgestellt. Das ist Bayern mit 321 Toten und Nordrhein-Westfalen mit 204 Toten. Die Verstorbenen sind im Durchschnitt knapp über 38 Jahre alt und 84% davon sind männlichen Geschlechts. Meist stehen die Tode in Verbindung mit Opioiden/Opiaten.

Oft ist auch die Rede von neuen psychoaktiven Stoffen (NPS). Dies sind Substanzen, die als „Badesalze“, „Räuchermischungen“oder „Reiniger“ angeboten werden. Sie ähneln meist bekannten Drogen wie Cannabis, Ecstasy oder Amphetamin. Eine genaue Beschreibung ist aber aufgrund der Vielzahl an unterschiedlichen Substanzen nicht möglich. Auch an diesen Drogen sind im vergangenen Jahr 98 Menschen gestorben. Im Vergleich zum Jahr 2015 eine sehr hohe Zahl. Da waren es gerade mal 39.

Zum ersten Mal wird der Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung auch als sogenanntes Flipbook erscheinen. In dieser multimedialen Version werden Texte und Grafiken durch Video- und Audiodateien ergänzt.

Hier gibt es den kompletten Berich.

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