
Am Flughafen Berlin Brandenburg sorgt derzeit ein Fall für Aufsehen, der selbst für Flughafenverhältnisse eine gewisse Ironie mitbringt: Ausgerechnet Mitarbeiter aus dem Sicherheitsumfeld sollen Teil eines mutmaßlichen Schmuggelnetzwerks gewesen sein.
Die Staatsanwaltschaft Neuruppin und das Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg ermitteln gegen insgesamt 15 Beschuldigte, von denen mehrere Personen am Flughafen BER angestellt sind. Der Verdacht wiegt schwer. Bargeld und Betäubungsmittel sollten mithilfe von Insidern an den Sicherheitskontrollen vorbeigeschleust werden. Zwei Tatverdächtige sitzen bereits in Untersuchungshaft.
Besonders brisant ist die Rolle eines 39-jährigen Sicherheitsmitarbeiters, der nach Angaben der Ermittler zu den zentralen Figuren des Verfahrens gehören soll. Während Millionen Reisende am Flughafen BER jedes Jahr Gürtel ablegen, Taschen öffnen und Flüssigkeiten vorzeigen müssen, sollen einige Beteiligte offenbar versucht haben, für ganz andere Dinge eine Abkürzung zu finden.
Anfang Mai durchsuchten Ermittler zahlreiche Objekte in Berlin und Brandenburg. Dabei geht es unter anderem um den Verdacht der Bestechlichkeit, Bestechung und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Ein geplanter Drogentransport konnte laut Behörden verhindert werden. Genauere Angaben gab es jedoch nicht.
Der Fall zeigt einmal mehr, dass organisierte Kriminalität dort besonders interessiert hinschaut, wo täglich Tausende Menschen und Waren bewegt werden. Gleichzeitig dürfte die Angelegenheit intern für einige unangenehme Gespräche sorgen. Denn wenn die Menschen, die kontrollieren sollen, selbst kontrolliert werden müssen, wird es schnell unerquicklich.
Für Reisende bestand nach Angaben der Behörden zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr. Die Ermittlungen laufen weiter. Fest steht allerdings schon jetzt: Nicht jeder Fast Track am Flughafen ist eine gute Idee.
Quelle: maz-online.de
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