
Während andere Jugendliche mit 14 Jahren überlegen, wie sie ihr Taschengeld aufbessern können, hatte ein Leipziger offenbar deutlich ambitioniertere Pläne. Sein Geschäftsmodell: der Handel mit Ecstasy. Sein Problem: Die Polizei zeigte sich wenig beeindruckt von seinem Unternehmergeist.
Am Leipziger Hauptbahnhof kontrollierten Beamte den Jugendlichen und machten dabei einen interessanten Fund. Rund 200 Ecstasy-Tabletten und Bargeld kamen zum Vorschein. Spätestens zu diesem Zeitpunkt dürfte klar gewesen sein, dass hier kein besonders engagierter Bonbon-Sammler unterwegs war.
Wie es sich für gründliche Ermittler gehört, beließen es die Beamten nicht bei diesem Zufallsfund. Schnell rückten weitere Wohnungen in den Fokus der Polizei. Unterstützt von Spürhunden wurden die Räume durchsucht. Dabei fanden die Einsatzkräfte weitere Drogen, Bargeld und sogar illegale Pyrotechnik. Offenbar galt dort das Motto: Wenn schon Ärger, dann bitte gleich in mehreren Kategorien.
Besonders erstaunlich ist das Alter des Tatverdächtigen. Mit 14 Jahren kämpfen viele Jugendliche noch mit Mathehausaufgaben, dem frühen Aufstehen oder der Frage, wie man den Akku des Smartphones bis zum Abend am Leben hält. Dieser junge Mann hatte sich dagegen offenbar bereits Gedanken über Vertrieb, Lagerhaltung und Warenbeschaffung gemacht. Allerdings in einem Geschäftsfeld, das regelmäßig von Menschen in Uniform kontrolliert wird.
Der Traum vom schnellen Geld mag verlockend erscheinen, die Realität sieht jedoch meist deutlich weniger glamourös aus. Statt Erfolgsgeschichten und Reichtum warten häufig Polizeikontrollen, Ermittlungen und jede Menge unangenehme Konsequenzen. Was zunächst nach einem lukrativen Plan aussieht, entwickelt sich nicht selten zu einem Problem, das deutlich länger anhält als der vermeintliche Gewinn.
Die Lehre aus diesem Fall ist daher recht einfach: Nicht jede Geschäftsidee ist automatisch eine gute Geschäftsidee. Und spätestens wenn die Polizei mehr Interesse am eigenen Geschäftsmodell zeigt als potenzielle Kunden, sollte man seine Karriereplanung vielleicht noch einmal überdenken.
Quelle: mdr.de
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