
Ein Gummibärchen auf dem Schulhof klingt erstmal harmlos. Fruchtgeschmack, Zucker, eine ganz normale Kindheit. In Sundern endete genau so ein Fund jetzt allerdings mit einem Polizeieinsatz, weil das vermeintliche Süßigkeiten-Bärchen offenbar alles war, nur kein normales Naschzeug.
Wie bekannt wurde, hatte ein 11-Jähriger ein Gummibärchen dabei, das später positiv auf MDMA getestet wurde. Also genau den Wirkstoff, den man auch von Ecstasy-Tabletten kennt. Aufgefallen war die Süßigkeit eher zufällig einem Erwachsenen, der sofort die Polizei informierte. Später bestätigte eine Untersuchung. Das Teil hatte deutlich mehr als nur Zucker im Gepäck.
Der Junge erklärte laut Ermittlern, er habe das Gummibärchen am Wegesrand gefunden. Die Geschichte sorgte offenbar nicht überall für vollständige Überzeugung, weitere Ermittlungsansätze gab es laut Staatsanwaltschaft aber nicht. Weil der 11-Jährige noch nicht strafmündig ist, wurde das Verfahren eingestellt. Aber das Jugendamt wurde trotzdem informiert. Von der Polizeiansprache zeigte sich der Junge wenig beeindruckt.
Substanzen tauchen in harmlosen Formen auf
Der Fall zeigt vor allem, wie sehr sich synthetische Drogen inzwischen tarnen. Früher waren es bunte Pillen mit Logos, heute tauchen Wirkstoffe zunehmend in Formen auf, die wie gewöhnliche Süßigkeiten aussehen. Gerade bei Gummibärchen oder ähnlichen Edibles liegt darin ein enormes Risiko. Verwechslungen passieren schnell, die Dosierung ist oft schwer einschätzbar und die Wirkung setzt verzögert ein.
Besonders problematisch wird das, wenn Kinder mit solchen Produkten in Kontakt kommen. Während Erwachsene zumindest eine gewisse Vorstellung davon haben, was sie konsumieren, fehlt bei Kindern dieses Bewusstsein komplett. Ein einziges „Gummibärchen“ kann dann schnell zum medizinischen Notfall werden.
Zusätzlich warnen Experten inzwischen vor einem weiteren Trend: Vapes und E-Zigaretten mit synthetischen Cannabinoiden. Laut Präventionsfachleuten werden Liquids immer häufiger mit künstlich hergestellten Wirkstoffen versetzt, deren Wirkung deutlich unberechenbarer sein kann als klassisches Cannabis. Das größte Problem dabei ist, dass Konsumenten oft gar nicht genau wissen, was sie eigentlich inhalieren.
Gerade für Jugendliche entsteht dadurch ein riskanter Mix aus leichter Verfügbarkeit, harmloser Optik und fehlendem Gefahrenbewusstsein. Viele Eltern seien mit den Entwicklungen überfordert, erklären Präventionsstellen. Deshalb sollen künftig verstärkt Informationsangebote und Seminare über aktuelle Drogenformen und Risiken aufklären.
Quelle: wdr.de
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