Einigung beim Berliner RAW-Gelände: Clubs sollen vorerst gesichert sein

Für das Berliner RAW-Gelände gibt es eine vorläufige Einigung. Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, Senatsverwaltung und die Kurth Immobiliengruppe haben sich auf einen befristeten Mietvertrag für das sogenannte Soziokulturelle L verständigt. Der Vertrag soll zunächst für zwei Jahre gelten, mit Option auf ein weiteres Jahr.

Damit sind bekannte Kulturorte, Clubs und Bars auf dem Areal vorerst abgesichert – darunter der Sommergarten und das Cassiopeia. Die Miete von einer Million Euro jährlich übernimmt in den ersten zwei Jahren der Bezirk. Bei einer Verlängerung um ein drittes Jahr soll die Senatsverwaltung zahlen. Rund 40 Prozent der Mietkosten sollen in den Erhalt der Gebäude fließen.

Parallel soll der Bebauungsplan für das Gelände weiter vorangetrieben werden. Ziel bleibt ein langfristiger Generalmietvertrag, der die kulturellen Nutzungen für 30 Jahre sichert und gleichzeitig Neubauten ermöglicht. Die Kurth-Gruppe plant auf dem RAW-Gelände eine gemischte Nutzung aus Kultur, Büroflächen und Wohnungen. Voraussetzung dafür sind unter anderem weitere Schallschutzgutachten.

Die Einigung folgt auf monatelange Unsicherheit. Zuvor hatte die Kurth-Gruppe das Bebauungsplanverfahren für gescheitert erklärt und mehreren Betrieben Räumungsaufforderungen geschickt. Besonders das Cassiopeia galt zwischenzeitlich als akut bedroht. Eigentlich sollte ein langfristiger Deal den Kulturorten auf dem RAW-Gelände 30 Jahre Bleiberecht sichern. Nach festgefahrenen Verhandlungen stand jedoch zeitweise offen, ob zentrale Teile des Areals überhaupt erhalten bleiben.

Endgültig beschlossen ist die Einigung noch nicht: Bezirksverordnetenversammlung und Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses müssen den Verträgen noch zustimmen.

Foto: Fridolin Freudenfett via Wikimedia Commons

Auch interessant:

„Die Leidtragenden sind die Kulturschaffenden“ – Clubbetreiber Maik Jech über das drohende Fiasko auf dem Berliner RAW-Gelände