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Die britische DJ-Legende Norman Cook alias Fatboy Slim reiht sich in die Reihe regierungskritischer Künstler ein und wirft der britischen Politik die Missachtung der Kunst- und Nachtleben-Szene vor.

In einem Interview sagte er gegenüber Mixmag: “Wenn Banker dem finanziellen Ruin entgegensehen, wird ihnen nicht gesagt, sich einen neuen Job zu suchen. Stattdessen erhalten sie Unterstützung.” Er referiert diesbezüglich auf eine Aussage des britischen Politikers Rishi Sunak, der den Vorschlag unterbreitete, dass Menschen, die in einer hart von der Corona-Krise getroffenen Sparte arbeiten, sich nach einer neuen Beschäftigung umsehen sollten. Bänker hingegen würden finanziellen Support erhalten, da sie als “essentiell für die Wirtschaft des Landes” angesehen werden.

Cook fährt fort: “Die Kunst- und Kulturbranche betreffend, seien es DJs oder Balletttänzer, wird nichts unternommen. Unsere Probleme werden unter den Teppich gekehrt, weil wir angeblich eine geringere Bedeutung für die Wirtschaft haben, was natürlich völlig falsch ist.” Die wichtige Bedeutung des Nachtlebens für das Land Großbritannien untermauert Fatboy Slim mit den jährlich generierten Geldern in Höhe von 66 Milliarden Pfund sowie mit dessen hohen Einfluss auf die britische Kultur.

“[…] Pop-Musik, Dance-Musik und die Clubkultur sind drei unserer wichtigsten Exportprodukte und sie machen uns zu dem, was wir sind”, hält Cook fest und moniert im gleichen Atemzug das ignorante Verhalten der Politik: “Wir haben einen geringen Stellenwert, weil diese öffentlichen Schulkids, die das Sagen haben, nicht mit unserer Meinung einhergehen. Und das darf keine Rechtfertigung sein, uns so grob zu vernachlässigen.”

Mit einem Blick in die Kristallkugel befürchtet der Pionier wenig Gutes für die Club- und Kulturlandschaft in naher Zukunft. Das Nachtleben werde eines der letzten Dinge sein, das vollständig reaktiviert wird. Je länger die Pandemie andauere, desto mehr Clubs, Firmen und individuelle Künstler werden ihren Betrieb einstellen müssen, so Cook. “Wir werden zahlreiche Veranstaltungsorte schließen müssen und falls sie irgendwann zurückkommen können, werden sich die Locations in Wohnungsblöcke oder Ruinen verwandelt haben”, lautet seine triste Einschätzung.

Oh wei, oh wei…

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Quelle: Mixmag