A*S*Y*S ist der Name des Projekts von Frank Ellrich – Acid Saved Your Soul. Und der Remix des Italieners T78 hat es in diesem Jahr an die Spitze geschafft. 

 

01. A*S*Y*S – The Acid/T78 Remix (Fe Chrome)
02. Bob Moses & ZHU – Desire/Charlotte de Witte Remix (Domino)
03. Drumcomplex – Atomic/Rakom Remix (OFF)
04. Armand Van Helden – Give Me Your Loving/Martin Ikin Remix (Parametric)
05. Mike Opani – Götterdämmerung/Alexander Kowalski Remix (Opani)
06. Push – Strange World/Joyhauser Remix (Terminal M)
07. Ben Böhmer – Breathing/Boris Brejcha Remix (Anjunadeep)
08. Mathias Kaden – Control Your Mind/Marcel Dettmann Remix (Rekids)
09. CamelPhat – Hypercolour/Artbat Mix (RCA)
10. Amelie Lens – Higher/FJAAK Remix (Lenske)

11. Bob Moses & ZHU – Desire/Solomun Remix (Domino)
12. DJ Dextro – Fact 2/A.Paul Remix (Gynoid Audio)
13. Dominik Eulberg – Siebenschläfer/Robag Wruhme Remix (!K7)
14. Edward Artemiev – Resurrection/Reinier Zonneveld Remix (Filth on Acid)
15. Thomas Hoffknecht – Push/Flug Mutation (STRGHTx)
16. Westbam feat. Richard Butler – You Need The Drugs/&ME Remix (Keinemusik)
17. Yves Deruyter – Calling Earth/UMEK Remix (Bonzai)
18. Matthias Tanzmann – Chano/DJ Chus Remix (Moon Harbour)
19. Chicane – Saltwater/Kevin de Vries Remix (Armada Electronic Elements)
20. Roland Broemmel – Into My Brain/Jens Lissat Remix (Ballroom Black)

 

 

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INTERVIEW MIT T78

 

Ciao, Manuel. Du kommst aus Italien. Woher genau dort und wann bist du das erste Mal in Kontakt mit Techno-Musik gekommen? Welche sind deine musikalischen Wurzeln? Und warum dieser brachiale Künstlername (T-78 ist die Bezeichnung eines Panzers)?

Ich wurde in Bassano del Grappa im Nordosten Italiens geboren, aber ich wohne in Bra, einer kleinen Stadt, nicht weit von Turin entfernt. Ich schätze, dass Techno-Musik in gewisser Weise schon immer in meiner DNA war. Als Kind hörte ich mit meinen Eltern viel Italo Disco, und im Sommer 1989 entdeckte ich New Beat und später dann House und Techno (die europäische Interpretation des Genres). Ich habe viele Künstlernamen gewechselt in den mehr als 20 Jahren meiner DJ-Producer-Karriere. Seit 2016 habe ich T78 wieder zum Leben erweckt (mein Nachname: Tessarollo, mein Geburtsjahr: 1978), weil ich meine eigene Vision von Techno entwickeln wollte, die das Ergebnis meiner persönlichen Reise durch drei Jahrzehnte vieler Stile der elektronischen Tanzmusik ist.

Du betreibst das Label Autektone. Warum hast du dieses 2016 ein eigenes Label gegründet und was ist die Philosophie dahinter?

Der Name Autektone ist eine Kombination aus zwei Wörtern: Techno und Autochthon. Er steht für Einzigartigkeit, dann ab Tag eins wollte ich einzigartige Techno-Musik abliefern, die sich zwar von verschiedenen Musikquellen inspirieren lässt, aber am Ende frisch und unwiderstehlich ist. Am Anfang habe ich das Label nur mit dem Ziel gegründet, meine eigene Musik zu veröffentlichen, aber ich „infizierte“ langsam eine neue Generation von DJ-Produzenten, die meiner Vision folgte. Heute ist es Tatsache, dass Autektone eines der etabliertesten Labels in der Szene ist.

Du hattest die Gelegenheit, einen kürzlich erschienenen Techno-Hit von A*S*Y*S zu remixen. Wie bist du an den Remix herangegangen?

Ich kenne Frank recht gut. Wir haben uns in den letzten zehn Jahren oft die DJ-Booth geteilt und ich habe ein paar Kollaborationen und Remixe unter einem anderen Alias für ihn gemacht. Als er mich bat, einen seiner größten Tracks aller Zeiten zu remixen, sagte ich einfach „Natürlich, Herr Ellrich, es ist mir ein Vergnügen“. Ich muss sagen, das Original ist irgendwie perfekt, also musste ich den Remix auf eine andere Art und Weise angehen, aber mit der Absicht, den Vibe des Originals beizubehalten. Frank schickte mir den Gesang und die tb-303-Dateien. Ich änderte das Pattern und addierte einige weitere 303-Linien. Mein Arrangement basiert auf energetischen Drops.

Du bist bekannt für deinen pumpenden Techno-Sound. Was sind deiner Meinung nach die wichtigsten Zutaten für einen starken Techno-Track?

Nun, zuerst, würde ich sagen, seine Majestät, der Kick. Wenn man eine gute Kick hat, ist man schon halbwegs am Ziel. Aber das Wichtigste ist immer die Idee, die hinter einem Track steht. Meistens höre ich nur gute Grooves oder gute Instrumentalstücke, die mit dem richtigen Arrangement oder ein wenig Gesang noch zehnmal besser sein könnten. Mit dem richtigen Arrangement oder einer kleinen Gesangseinlage oder einem eingängigen Synthie-Riff obendrauf zum Beispiel. Wenn ich Musik mache, beginne ich immer mit einer Idee oder einer kleinen Inspiration, sonst würde ich nie ins Studio gehen. Das Lustige daran ist, dass ich Tausende von Ideen habe und zu wenig Zeit, um sie alle zu produzieren, also, wenn ich nicht bei meiner Familie bin, findet man mich vor meinem Mac.

Dein Remix hat sich gegen Solomun, Charlotte de Witte, Artbat, Umek oder Joyhauser durchgesetzt. Hast du erwartet, dass dieser Remix so erfolgreich wird, und wie fühlt es sich an, dass die deutschen Technoliebhaber für deinen Remix gestimmt haben?

Nun, ehrlich gesagt bin ich eher überrascht, dass „The Acid Remix“ als mein bester Remix des Jahres 2020 angesehen wurde, weil ich meiner Meinung ein paar andere Remixe gemacht habe, die reine Bomben sind, wie „D4 Damager“ oder „Feelings Of Glory“. Der Erfolg von „The Acid“ war sicherlich unerwartet, einfach weil, wie ich schon sagte, das Original einfach perfekt ist. Ich liebe die deutsche Crowd natürlich, sie sind meine Top-Hörer auf Spotify, also fühle ich mich mehr als geehrt durch diesen Sieg. Vielen Dank, Deutschland!

2020 war ein schlechtes Jahr für die gesamte Techno-Community. Wie hast du das verkraftet?

Wir waren alle von dieser Zwangsschließung aufgrund der Pandemie betroffen, aber ich habe nie aufgehört, Musik zu machen. Das liegt mir im Blut, ich kann nicht anders. Wenn ich länger als eine Woche nicht ins Studio gehe, fühle ich mich schlecht und nervös, deshalb fahre ich auch nie länger als zwei Wochen in den Urlaub, lol. Viele DJ-Producer verschwinden von der Bildfläche. Sie sollten sich daran erinnern, dass Musik die Macht hat, Leben zu retten. Ich spreche nicht nur über dein eigenes Leben, sondern auch über das Leben anderer Menschen. Ich erhalte ständig Nachrichten von Fans, dass sie dank meiner Musik schwierige Momente überwinden konnten. Musik wird immer das Gegenmittel sein.