
Der bislang vor allem aus Köln bekannte Club-Euro soll bundesweit erprobt werden. Die Bundesstiftung LiveKultur hat dafür eine Projektförderung der Initiative Musik erhalten. Am 1. September 2026 hat Zora Brändle die Projektleitung übernommen. Clubs, Musikspielstätten und Veranstaltende können sich ab sofort für die Teilnahme melden.
Das Modell ist einfach: Teilnehmende Häuser schlagen pro verkauftem Ticket einen Euro auf und zahlen diesen in einen gemeinsamen Fonds ein. Anschließend wird das Geld nach einem kapazitätsabhängigen Schlüssel wieder verteilt. Größere Clubs und Spielstätten sollen kleinere Häuser mittragen. Das in Köln erprobte Modell dient dabei als Vorlage.
Hintergrund ist die anhaltende wirtschaftliche Krise vieler Live- und Clubkulturorte. Ein aktueller Sachstand des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags stuft die Lage der Club- und Nachwuchsszene als strukturelles Problem ein – also nicht als kurzfristige konjunkturelle Schwankung. Zugleich wird darin die Gesetzgebungskompetenz des Bundes für eine mögliche Abgabe im Livemusikbereich bestätigt, vergleichbar mit der Filmförderabgabe.
Auch eine Studie der Berliner Clubcommission verweist auf die finanzielle Schieflage der Szene. Demnach arbeiten nur noch 61 Prozent der befragten Berliner Clubs kostendeckend. Für Felix Grädler, Vorstandsmitglied der Bundesstiftung LiveKultur und Initiator des Live Music Fund, zeigt das: Wenn sich selbst Häuser in Berlin bei hoher Nachfrage kaum noch tragen, liege das Problem nicht beim Publikum, sondern am Finanzierungsmodell der Livekultur.
Das Pilotprojekt soll nun in mehreren Metropolregionen testen, unter welchen Bedingungen der Club-Euro funktioniert. Geprüft werden unter anderem Beteiligungsbereitschaft, Anreizmodelle, Governance-Strukturen und die Akzeptanz bei Spielstätten und Publikum.
Interessierte Clubs und Veranstaltende können sich direkt bei Projektleiterin Zora Brändle via zora@livemusicfund.de melden.
Foto: KI-generiert
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