Friseur verkauft Drogen aus seinem Salon

Friseur
Bild von mostafa meraji auf Pixabay

Wer in einem Friseursalon normalerweise Platz nimmt, rechnet mit einer frischen Frisur, einem netten Gespräch und vielleicht einer Tasse Kaffee. In einem Kasseler Salon sollen Kunden nach Auffassung der Ermittler allerdings noch deutlich andere „Dienstleistungen“ erhalten haben.

Im Mittelpunkt des Falls steht ein 24-jähriger Saloninhaber, der im Verdacht steht, nicht nur Haare geschnitten, sondern auch mit Kokain gehandelt zu haben. Die Polizei hatte den Mann bereits seit einiger Zeit im Blick. Im Rahmen von Ermittlungen wegen des Verdachts auf Drogenhandel verdichteten sich die Hinweise, dass der Friseursalon möglicherweise mehr als nur ein Ort für neue Haarschnitte war.

Am Dienstag folgte dann schließlich der große Einsatz. Gegen 17:20 Uhr rückten Ermittler gemeinsam mit weiteren Polizeikräften und der Stadtpolizei an, um die Geschäftsräume zu durchsuchen. Für die Kundschaft dürfte das ein eher ungewöhnlicher Feierabendtermin gewesen sein. Statt Föhn und Haarschneidemaschine standen plötzlich Polizeibeamte im Mittelpunkt. Die Durchsuchung brachte den Ermittlern einen bemerkenswerten Fund ein. In einem Nebenraum des Salons wurden rund 100 Gramm Kokain entdeckt. Nach Schätzungen der Behörden besitzt die sichergestellte Menge einen Straßenverkaufswert von etwa 10.000 Euro. Zusätzlich fanden die Beamten mehrere hundert Euro Bargeld, bei dem der Verdacht besteht, dass es aus Drogengeschäften stammen könnte. Beides wurde natürlich beschlagnahmt.

Arbeitstag endet anders als geplant

Für den 24-Jährigen endete der Arbeitstag damit deutlich anders als geplant. Die Beamten nahmen ihn fest und er sollte einem Haftrichter vorgeführt werden, der über eine mögliche Untersuchungshaft entscheidet. Die Ermittlungen dauern weiterhin an. Der Fall sorgt vor allem deshalb für Aufmerksamkeit, weil der mutmaßliche Handel ausgerechnet in einem Friseursalon stattgefunden haben soll – einem Ort, an dem normalerweise höchstens die Preise für Bartpflege oder Haarstyling diskutiert werden. In diesem Fall interessierten sich die Ermittler allerdings weniger für die Frisuren der Kundschaft als für das, was sich hinter den Kulissen des Geschäfts abgespielt haben soll.

Ob dort künftig wieder ausschließlich nach „etwas kürzer an den Seiten“ gefragt wird, müssen die weiteren Ermittlungen zeigen. Sicher ist bislang nur: Die Polizei hat nicht nur einen fragwürdigen Geschäftszweig entdeckt, sondern auch eine Kokainmenge sichergestellt, die weit über das hinausgeht, was man normalerweise in einem Friseursalon erwarten würde.

Quelle: hna.de

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