
Einst als Gegenbewegung zur Loveparade entstanden, vertritt die Rave-Demo durch die deutsche Hauptstadt seit 29 Jahren die Interessen des Undergrounds und positioniert sich mit harter elektronischer Musik sowie politischen Statements für die Belange der unkommerziellen Rave-Bewegung. Sie wurde Gegenstand vieler wissenschaftlicher Arbeiten rund um die Pop- und Technokultur sowie deren politischen Potenzial. Internationale Bekanntheit erlangte die virale Kultfigur des Techno Vikings, der während der Fuckparade im Jahr 2000 gefilmt wurde und Jahre später unfreiwillig die popkulturelle Internetwelt eroberte.
Unter dem Motto „(un)Fuck the Planet“ startet der Demonstrationszug am kommenden Samstag um 14 Uhr nach einem einjährigen Hiatus am Bunker in der Reinhardtstraße in Mitte. Von dort geht es durch Mitte, den Prenzlauer Berg und Friedrichshain bis zum Leipziger Platz. Entlang der Strecke liegen zahlreiche ehemalige Clubstandorte. Acht Soundsysteme sollen für musikalische Vielfalt von House bis Gabber sorgen. Die Veranstalter rechnen mit 3.000 bis 5.000 Teilnehmer:innen.
Mit der Parade möchte der Demo-Rave auf die zunehmenden Probleme innerhalb der Szene aufmerksam machen, die ihrer Ansicht nach nur selten ausreichend thematisiert werden.
Im Mittelpunkt stehen demnach insbesondere Forderungen nach mehr Freiräumen für die Club- und Subkultur. Kritisiert werden unter anderem steigende Mieten und Energiekosten, die zunehmende Kommerzialisierung sowie der wachsende rechtliche Druck auf die Free-Party-Szene. Auch gegen strenge Lärmschutzauflagen gehen die Veranstalter:innen juristisch vor.
Auch im Zusammenhang mit den Ereignissen rund um den CSD in Berlin möchte die Fuckparade ihre politische Position deutlich machen. In einer Pressemitteilung heißt es: „Der CSD ist ein emanzipatorischer Protest, entstanden aus den Stonewall-Protesten gegen Polizeirazzien in Schwulenclubs. Man darf ihn nicht bloß auf Feiern und Liebe reduzieren. Auch auf unserer Demonstration treten wir gegen die Verdrängung von Sub- und Clubkultur ein, gegen Razzien, steigende Mietpreise und Gentrifizierung. Beide Demonstrationen sind politisch. Beide stehen für Diversität. Das ist ein ernstes Anliegen. Die Zeit zum Feiern ist danach auf den After-Parties.“
Weitere Informationen findet ihr auf der offiziellen Website.
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