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Ab heute, den 1. März 2017, dürfen Ärzte ihren Patienten Cannabis verschreiben, und die Krankenkassen übernehmen die Kosten. Dies teilte die Bundesregierung mit. Schon im Januar wurde das Gesetz verabschiedet.

Vielen Patienten kommt die Bundesregierung damit sehr entgegen. Ein großer Anteil der Patienten, die an schwerwiegenden Krankheiten leiden, würden gerne von verschreibungspflichtigen und harten Medikamenten auf medizinisches Cannabis umsteigen. Einer Studie zu Folge würden über 60 Prozent der teilnehmenden Patienten lieber natürliches Cannabis nehmen, als Opioide zur Behandlung von Schmerzen, beruhigend wirkende Benzodiazepine und Antidepressiva. Cannabis hat weniger unangenehme Nebenwirkungen als die synthetisch hergestellten Medikamente. Cannabis muss sich nun eine Bewährungsprobe stellen und zeigen, dass es mindestens genauso viel kann wie die altbewährte Medizin. Viele sind immer noch skeptisch und haben die Einstellung, dass eine illegale Droge medizinische Vorteile haben könnte, noch nicht manifestiert. Besonders wichtig sei festzustellen, wie der Wechsel auf Cannabis die Lebensqualität der Patienten verändere.

Allerdings müssen nach Angaben der Bundesregierung alle anderen therapeutischen Möglichkeiten vorab ausgeschöpft sein, damit Cannabis verschrieben werden darf. Der behandelnde Arzt muss bescheinigen, dass es sich um eine schwere, chronische Erkrankung handelt und andere Therapien nachweislich nicht anschlagen. Jeder Arzt darf ab heute Cannabis verschreiben. Wenn die Krankenkasse die Kosten für das medizinische Cannabis übernehmen soll, muss ein Kassen-Arzt eine zusätzliche Untersuchung durchführen. Medizinisches Cannabis ist teurer als auf dem Schwarzmarkt. Ein Gramm Cannabis aus der Apotheke kostet in etwa 20,- Euro. Damit ist der Schwarzmarktpreis zumindest in einigen Bundesländern niedriger. Rechnet man den benötigten Konsum eines Patienten hoch auf den Monat, muss er mindestens über 500,- Euro monatlich für Cannabis ausgeben. Der Grenze nach oben sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Bei schwerwiegenderen Krankheitserscheinungen sind über 1.500,- Euro monatlich für Cannabis auch keine Ausnahme. Daher ist es um so sinnvoller, dass die Krankenkassen die Kosten ab sofort übernehmen. Der Eigenanbau von Cannabis ist nach wie vor gesetzlich verboten. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) begründet das Verbot für Eigenanbau auf Grund der schlechteren Qualität. Cannabis aus den Apotheken hat nachweislich eine gute und saubere Qualität. Eine neue Cannabisagentur soll den Anbau für medizinisches Cannabis kontrollieren und gleichbleibende Qualität garantieren.

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