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Cannabis und Gesundheit – Fakten und Fiktion


Im Atemzug mit der Legalisierung von medizinischem Cannabis stellen sich Fragen über das Wunder-Kraut. Wogegen hilft es genau? Wogegen hilft es doch nicht? Richtet es nicht auch Schaden an? In den letzten Jahren gab es viele Studien darüber wie sich Cannabis physisch und psychisch auswirkt, hilft und schadet. Im Folgenden fassen wir nochmals ein paar Fakten und Fiktionen zusammen, angelehnt an dem Artikel aus dem Hanf Magazin. 

Überdosis
Nachweislich ist noch niemand an einer Überdosis Marihuana gestorben. Schätzungsweise müssen 5.000 bis 50.000 Gramm Marihuana innerhalb weniger Minuten geraucht werden, damit es tödlich ist. Das ist etwa die 40.000-fache Menge, die normalerweise und durchschnittlich konsumiert wird. Im Vergleich dazu sterben etwa 5.000 Menschen jährlich an den Folgen von Alkoholkonsum. Jemand der kein Alkohol gewohnt ist, für den könnten 20 Kurze tödliche Folgen haben.

Das Gehirn
Cannabis und deren Inhaltsstoffe THC und CBD wirken auf das Gehirn. Diese psychosomatischen Effekte schaden den Gehirn nicht. Es werden keine Gehirnzellen getötet. Es gibt sogar Berichte, dass sich Cannabis-Konsum positiv auf die Kreativität auswirkt. Jedoch sollten Jugendliche, deren Gehirn noch nicht vollständig entwickelt ist, nicht zu Marihuana, aber auch nicht zu anderen Drogen greifen. Da können Drogen schon einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung des Gehirns nehmen.

Das Gedächtnis
Cannabis soll sich sehr schlecht auf das Kurzzeitgedächtnis auswirken. Und das ist auch so. Während des Rausches von Cannabis bleiben die Erinnerungen nicht so gut „haften“ als wenn man klar wäre. 100 Prozent nachgewiesen ist es durch klinische Studien zwar noch nicht, jedoch ist die Annahme realitätsnah. Sich wirklich dumm kiffen kann man, wenn täglich mehrere Gramm verraucht werden und wenn man sich auch sonst nicht am Leben beteiligt und dem Gehirn quasi kein Denk-Training gibt.

Das Herz
Der Blutdruck kann vorübergehend beeinträchtigt werden, da sich THC an die Rezeptoren im zentralen Nervensystem andocken. Dauerhafte Schäden in diesem Bereich können nicht bestätigt werden. Jedoch kann der ungefilterte Rauch bei vorbelasteten Organismen Probleme im Herz-Kreislauf-System verursachen. Wer also an Krankheiten wie zum Beispiel koronare Arteriosklerose, Hypertonie, Herz- Kreislauf Erkrankungen, Kardiomyopathie leidet, sollte Cannabis nicht als Joint konsumieren. Oft ist der hier in Deutschland übliche Konsum gemischt mit Tabak verheerend. Gesündere Methoden Cannabis zu konsumieren ist zum Beispiel vaporisieren.

Die Hormone
Es gibt da einen Mythos, der besagt, dass Kiffen die Hoden schrumpfen lässt. Dazu gibt es keinerlei Studien und kann daher nur schwer als falsch oder richtig beurteilt werden. Da sollte man Dauerkonsumenten vielleicht mal ganz persönlich drauf ansprechen :-)
Was allerdings schon klinisch bestätigt wurde, ist, dass Alkohol zu einem niedrigen Testosteronspiegel führt, Cannabis nicht.
Auch auf den weiblichen Zyklus soll laut solchen Mythen Cannabis sich negativ auswirken. Laut Forschungen und Studien wirkt sich Cannabis jedoch gar nicht auf die Fruchtbarkeit aus.

Das Immunsystem
Die Auswirkungen von Cannabis auf das Immunsystem wurde bislang nur bei Mäusen getestet. Große THC-Schübe verursachten bei den Mäusen eine sedierende Wirkung auf die Immunabwehr in der Leber. Diese Wirkung ist wie der Rausch vorübergehend. Es gibt auch Studien, die besagen, dass THC einen stimulierenden Effekt auf das Immunsystem habe.

Krebsrisiko
Gerade Krebspatienten profitieren von der neuen Gesetzesbestimmung, dass Cannabis nun als Medizin legal ist. Dennoch wird oft angenommen, dass Kiffen mit Krebs im negativen Zusammenhang steht. Falsch. Nur die Konsumform könnte gesundheitsschädlich sein. Wenn man Marihuana beispielsweise als Joint mit Tabak konsumiert. Ansonsten ist Cannabis ein pflanzliches Mittel, dass Krebszellen sogar abtöten kann. Außerdem hilft es den Krebspatienten bei der Behandlung gegen die Schmerzen.

Gras als Einstiegsdroge
Dank Harry Anslinger, der stärkste Befürworter der Cannabis-Prohibition, gilt Cannabis als die Einstiegsdroge Nummer eins. Zahlreiche Studien widerlegen seine These. Denn Cannabis ist lange nicht mit anderen Drogen wie Kokain, Heroin oder Meth gleichzusetzen. Die Hemmschwelle nach synthetischen und harten Drogen zu greifen ist nicht unbedingt mit einem Konsum von Cannabis in Verbindung zu bringen.

Abhängigkeit
Ja, Marihuana macht psychisch abhängig. Das ist eines der Hauptargumente der Gegner der Legalisierung von Cannabis.

Vorteile von Marihuana und Hanf generell
Besonders in der Behandlung gegen Krebs oder im palliativen Bereich ist legales Cannabis ein großer Fortschritt. Magersucht, MS, Epilepsie, posttraumatische Belastungsstörungen und weitere Krankheiten können durch Cannabis gelindert werden. Das Potenzial von Marihuana wächst durch weitere Forschungen mehr und mehr.
Auch wenn man mal weg von der berauschenden oder heilenden Wirkung kommt. Hanf kann sehr gut für Stoffe und Bekleidungsmaterial dienen. Es kann im Lebensmittelbereich einige Alternativen bieten und ist für die Landwirtschaft eine Umwelt schonende Ressource. Es kann sogar Erdöl ersetzen.
Es gibt bestimmt noch viele Vorteile, die Marihuana und Hanf mit sich bringen.

Derzeit befinden wir uns in einer großen Aufklärungsphase was Cannabis betrifft. Wir dürfen hoffen, dass es sich durchsetzt, dass alle Vorteile, die diese Pflanze mit sich bringt bald effektiv genutzt werden. Und warum nicht auch den Genussmenschen unter uns eine gesündere Alternative zum Alkohol erlauben?!

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