Drogen_allerlei



Hessen wird demnächst vielleicht der Vorreiter in Sachen Drogensicherheit. Sie wollen ab 2018 ein Modellprojekt zum Thema Drug-Checking durchführen.

Drogensicherheit ist ja immer so eine Frage, als Partydrogennehmer weiß man nie so genau, was man gerade wirklich zu sich nimmt. Bei Ecstasy-Pillen weiß man nicht, wie viel MDMA oder andere Stoffe diese enthalten und bei Kokain wie viel und was als Streckmittel benutzt wurde.

Hessen könnte jetzt das erste deutsche Bundesland werden, welches sich wirklich mit Drogensicherheit auseinander setzt. Berlin spricht zwar auch von Maßnahmen, die Begleitrisiken von Drogenkonsum zu reduzieren, jedoch war von einem wirklichen Drug-Checking bis jetzt noch nicht die Rede.

In ihrem Koalitionsvertrag beschloss die hessische Regierung, ein Modellprojekt für Drug-Checking in 2018. Dies würde beinhalten, dass Konsumenten an mobilen Ständen in Clubs oder anderen Einrichtungen, die Möglichkeit geboten wird, ihre Drogen auf deren Inhaltsstoffe zu testen. So wird ihnen ermöglicht, sowohl das verwendete Streckmittel, als auch hochgefährliche Opioide wie Carfentanyl zu erkennen.

Bis jetzt ist Drug-Checking in Deutschland jedoch noch illegal.

Dass so ein Projekt jedoch funktioniert, zeigen uns Länder wie die Schweiz und Österreich.
Die Schweiz beispielsweise hat kein Gesetz für Drogentests, jedoch ist es dort auch nicht illegal. Seit 2001 bietet das Züricher Drogenzentrum (DIZ) kostenlose Checks an, welche an ein Beratungsgespräch gebunden sind, ähnlich wie es der hessische Entwurf auch vorsieht.

Das Schweizer Projekt ist wohl der Erfolgsbeweis überhaupt. Die Checks wurden seit der Eröffnung über 10.000 Mal genutzt und der Konsum der Klienten ist seitdem um 20 % gesunken. Dazu kommt noch, dass sich nach den Beratungsgesprächen mehr als 100 Leute in Therapie begeben haben. Außerdem wurden zahlreiche Menschen davor bewahrt, hochgiftige Substanzen zu sich zu nehmen, da in 80 Prozent aller Kokain-Proben innerhalb eines Jahres das durchaus gefährliche Entwurmungsmittel Levamisol gefunden wurde.

Mitarbeiter des hessischen Ministeriums für Soziales und Integration und die hessische Landesstelle für Suchtgefahr besuchten bereits das DIZ und das österreichische Pendant checkit! in Wien, um sich weitere Anregungen zu holen.

Ab 2018 soll dieses Modellprojekt dann auch in Hessen realisiert werden. Umgesetzt werden soll das Ganze in Frankfurt und einer anderen hessischen Stadt. In der Haushaltskasse wurden auch bereits 400.000 € dafür eingeplant, in der Hoffnung dass somit Risiken minimiert werden können.

 

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