spoon


Heute vor zehn Jahren ist eine der deutschen Techno-Institutionen im Alter von 39 Jahren in Berlin gestorben: Markus Löffel aka Mark Spoon. Selbst Nicht-Techno-Hörern war der Frankfurter Markus Löffel durch das erfolgreiche Pop-Dance-Projekt Jam & Spoon, das in den 1990er Jahren europaweite Erfolge mit Nummern wie “Right In The Night” feierte, ein Begriff.

1990 begann das selbst ernannte Arschloch seine Plattenfirmen-Karriere bei Logic Records. Hier entdeckte er den singenden Zahnarzt Dr. Alban, der mit “It’s My Life” und “Sing Hallejuah” Riesen-Hits herausbrachte. Zeitgleich begann seine DJ-Karriere in Frankfurt, der ‘Hauptstadt des Techno’. Zusammen mit Sven Väth stand er für das oftmals polternde und niemals subtile Mainhattan.

Weggefährten beschrieben ihn des Öfteren als schüchtern, aber das wusste er im Rahmen seiner Gigs immer gut zu verbergen. Er war in Allem maßlos. Er trank, aß und kokste mehr als jeder andere in der Szene. Westbam sagte über ihn “ein Mann wie eine Märchengestalt, ein Raubritter, der durch die Lande zieht und Angst und Schrecken verbreitet.”

Dabei war er der perfekte Entertainer. Wenn es ein MAYDAY-Set gab, das die Massen elektrisierte und spaltete, dann kam es von Markus Löffel. Langeweile war für ihn das Schlimmste. Er gab einen Fuck auf perfekte Übergänge. Er schrie “Warum seid ihr so scheiße leise”? Er zerlegte Hotelzimmer. Er hatte während seiner DJ-Sets Sex mit Groupies.
Nein, er war kein Vorbild für die ‘Jugend’. Der große Junge aus Sossenheim lebte seine zu kurz gekommene Jugend als Superheld Mark Spoon aus. Und dafür liebten wir ihn. Und dafür vermissen wir ihn.

Kurz vor seinem Tode sprach ich mit ihm über eine zukünftige Kolumne in der Raveline. Er fand die Kolumne von Tom Novy immer so ehrlich, und das wollte er auch machen: aus seinem DJ-Leben erzählen. Wir verständigten uns auf einen Turnus von einer Kolumne im Quartal. Leider wurde nichts daraus. Es wurde scheiße leise.

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