Kartoffelpüree als Kokain an Ermittler verkauft

Kokain
Symbolbild

Kartoffelpüree ist normalerweise die ideale Beilage zu Schnitzel, Braten oder Fischstäbchen. In Salzburg sorgte das beliebte Fertigprodukt nun allerdings für einen Gerichtsprozess, nachdem zwei Männer versucht haben sollen, ein Paket Kartoffelpüree als hochwertiges Kokain zu verkaufen. Dass ausgerechnet verdeckte Ermittler die vermeintlichen Käufer waren, machte die ohnehin kuriose Geschichte noch absurder.

Alles begann auf einem Parkplatz im österreichischen Wals. Zwei serbische Staatsbürger reisten mit einem Auto an und hatten ein sorgfältig mit Gaffer-Klebeband umwickeltes Paket dabei. Der Plan klang auf dem Papier durchaus ambitioniert: Ein Kilogramm Kokain sollte für satte 27.000 Euro an Käufer übergeben werden.

Was die Verkäufer nicht wussten: Bei den Käufern handelte es sich um verdeckte Ermittler.

Was wiederum die Ermittler nicht wussten: Im Paket befand sich gar kein Kokain.

Als Cobra-Beamte das Fahrzeug stürmten und die beiden Männer noch vor der Übergabe festnahmen, dürfte zunächst alles nach einem erfolgreichen Drogeneinsatz ausgesehen haben. Doch spätestens beim Öffnen des Pakets wich die Spannung vermutlich einer Mischung aus Verwirrung und Hunger.

Statt eines Kilogramms Kokain fanden die Beamten nämlich einfaches Kartoffelpüreepulver.

Nicht irgendein Kartoffelpüreepulver wohlgemerkt. Das Pulver befand sich laut Gerichtsverhandlung noch in seiner ursprünglichen Supermarktverpackung – inklusive Produktname und Marke. Wer also gehofft hatte, ein internationales Drogenkartell vor sich zu haben, musste sich stattdessen mit einem Produkt aus der Beilagenabteilung des Lebensmittelhandels beschäftigen.

Noch besser: Das vermeintliche „Kokain“ brachte lediglich rund 400 Gramm auf die Waage. Für einen erfolgreichen Drogenhandel fehlten also nicht nur die Drogen, sondern auch etwa 600 Gramm Fantasie.

Vor Gericht erschien schließlich nur einer der beiden Beschuldigten, ein bislang unbescholtener 26-jähriger Arbeitsloser. Seine Verteidigung setzte weniger auf kriminelle Raffinesse als auf die Feststellung, dass die gesamte Aktion außergewöhnlich unprofessionell gewesen sei. Der Verteidiger sprach von einem Vorgehen, das „dilettantischer eigentlich gar nicht mehr“ möglich sei.

Angesichts eines mit Markennamen versehenen Kartoffelpüree-Pakets fällt es schwer, dieser Einschätzung zu widersprechen.

Der Angeklagte zeigte sich geständig und erklärte schlicht: „Es tut mir sehr leid. Es war einfach nur dumm.“

Dass die Polizei bei einer Hausdurchsuchung keinerlei Drogen fand, half seiner Sache zwar etwas. Privat lief es dennoch weniger erfreulich. Laut Verteidiger verließ ihn seine Freundin nach den Ereignissen. Man könnte sagen, dass das Kartoffelpüree am Ende mehr Beziehungen zerstörte als der gesamte Drogenhandel.

Ganz folgenlos blieb die Sache natürlich nicht. Die Staatsanwaltschaft wertete das Vorgehen als schweren Betrug, schließlich sollte der Eindruck eines echten Kokain-Geschäfts erweckt und dadurch ein erheblicher Geldbetrag erlangt werden. Zusätzlich wurde bei der Festnahme eine Gaspistole sichergestellt, was weitere Fragen aufwarf.

Das Urteil fiel letztlich vergleichsweise milde aus: sechs Monate bedingte Haft. Der Richter hatte zum Abschluss noch einen bemerkenswerten Gedanken. Der Angeklagte könne froh sein, dass er an verdeckte Ermittler geraten sei. Wären stattdessen echte Kriminelle die Geschäftspartner gewesen, hätte die Geschichte möglicherweise deutlich unangenehmer geendet.

So bleibt am Ende vor allem die Erkenntnis, dass man mit Kartoffelpüree zwar viele Gerichte verfeinern kann, einen professionellen Kokainhandel allerdings eher nicht. Und irgendwo in Salzburg existiert vermutlich noch immer ein Cobra-Bericht, in dem Beamte offiziell dokumentieren mussten, dass sie bei einem internationalen Drogendeal erfolgreich mehrere hundert Gramm Instant-Kartoffelpüree sichergestellt haben.

Quelle: krone.at

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