Kele Okereke


Der Schock saß bei vielen Fans tief, als voreiniger Zeit erneut Trennungsgerüchte um Bloc Party die Runde machten. Doch längst können wir wieder aufatmen, denn wie schon zuvor handelt es sich nicht um eine endgültige Absage, sondern nur um eine Pause, die sich die Band nach dem ausgiebigen Touring zum letzten Album gönnt. Das bestätigte mir nun auch Frontmann Kele Okereke noch einmal im Interview zur eben erschienenen vierten Ausgabe der !K7-Compilationreihe „Tapes“, die der Brite mixen durfte.

„Wir waren eineinhalb Jahre unterwegs, um ‚FOUR‘ zu promoten und brauchten eine Auszeit. Das ist aber auch schon alles. Ich stehe schon wieder in Kontakt mit Russell bezüglich der nächsten Bloc Party-Platte“, sprichts, möchte aber zu weiteren Kele-Soloreleases – dem 2010 erschienenen Album „The Boxer“ und der 2011 veröffentlichten EP „The Hunter“ folgend – nichts verraten. „Ich möchte doch die Überraschung nicht verderben“, lacht er und hält sich ansonsten geheimnisvoll zurück. Jetzt aber hat er erst mal die „Bloc Party Tapes“ abgeliefert, für die er eine bunte Musikmischung zwischen Postrock, Afrobeat, House und Electro zusammenbrachte. Zwei Mixe mit ganz unterschiedlicher Stimmung sind so entstanden, Tracks von Wookie, Larry Heard pres. Mr. White, Cajmere, Junior Boys aber auch Bloc Party selbst wurden dafür verarbeitet. Die Auswahl der Stücke ist mir gar nicht schwer gefallen. Es war recht einfach, eine Liste an Tracks zusammenzustellen. Das Problem ist dann eher, sie für ein solches Projekt auch frei zu bekommen. Wenn das bei einer Nummer mal nicht geklappt hat, habe ich aber schnell Ersatz gefunden. Ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis.“ Die Vielseitigkeit, die dieser Mix an den Tag legt, unterstreicht Keles eigene Auffassung von Musik als grenzenloses Gut: „Der Mix ist eklektisch, und das reflektiert gut meinen persönlichen Musikgeschmack. Ich hatte das Glück, in London mit einer Menge ganz unterschiedlicher Leute aufzuwachsen, so dass ich viele Musikrichtungen kennenlernte. Wenn das so geschieht, kannst du nicht anders, als gegenüber anderen Dingen und neuen Ideen offen zu sein. Allerdings hat sich mein Geschmack im Laufe der Jahre schon etwas verändert. Vieles, das ich als Teenager gar nicht mochte, gefällt mir als Erwachsener. Das gehört wohl zum Erwachsenwerden dazu.“ Auch Bloc Party zeigten sich musikalisch stets sehr offen, veröffentlichten immer wieder Remix-Ausgaben ihrer Alben. Keles Soloalbum ging ganz klar in die elektronische Richtung. War er also die treibende Kraft hinter den musikalischen Ausflügen der Band? „Früher sind wir alle in Londoner Clubs feiern gewesen. Trash, Candy Box, After School Club … Das war eine aufregende Zeit. Es wurde Miss Kittin gemixt mit Madonna gemixt mit Joy Division gemixt mit Suicide. Es gab keine Regeln. Gute Musik war einfach gute Musik. Ich glaube, deswegen mögen wir es heute noch genauso.“ Ganz frisch ist Kele nun auch unter die Remixer gegangen. Eine seiner ersten Arbeiten ist auf „Bloc Party Tapes“ in Form seiner Neubearbeitung des eher düsteren Bloc Party-Songs „Obscene“ zu hören. Die Frage, ob es eher einfacher oder schwerer ist, einen Song der eigenen Band zu bearbeiten, lässt sich für Kele schnell beantworten: „Es macht es eher leichter, um ehrlich zu sein. Ich habe mich nie gescheut, Ideen komplett auf den Kopf zu stellen, und ein Remix ist der beste Weg, das zu tun. Du kannst dich auf einen Punkt konzentrieren, den du an dem Track besonders magst, und den Rest verwerfen, um eine neue Geschichte zu erzählen.“ Arbeiten für andere Künstler sind für den 32-jährigen Briten aber natürlich genau so spannend. „Ich habe gerade einen Remix für Peaches und The Naked And Famous aus Neuseeland fertiggestellt. Über diesen Auftrag habe ich mich sehr gefreut, denn ich liebe die Stimme der Sängerin Alisa Xayalith. Ich bin sehr stolz auf das Ergebnis.“

www.iamkele.de

 

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