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2012 wurde Bunny Tiger vom Kölner DJ, Produzent und Remixer Sharam Jey gegründet und entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem etablierten Label. Feste Szenegrößen wie bspw. Kolombo, LouLou Players oder Phonique als auch aufstrebende Acts wie Malikk veröffentlichen ihre Tracks auf dem Label, die stilistisch irgendwo zwischen Nudisco, Deephouse Tech House und G-House zu verorten sind. Tracks wie „Hey Hey Hey“, „We came to party“ oder „Gangsta $hit“  kamen in diesem Jahr in die Beatport Charts unter die Top 100. Und auch das letzte Bunny Tiger Showcase im Rahmen der ADE (Amsterdam Dance Event), das zusammen mit den Labels Loulou Records und Animal Language im Club Up stattfand, liegt noch gar nicht so weit zurück. Zeit sich mit Sharam Jey über das vergangene Showcase, den Stand der Dinge und über die weitere Zukunft des Labels zu unterhalten. Ein Interview.    

Hallo Sharam, 2016 und auch dieses Jahr habt ihr als Label im Rahmen der ADE im Club Up Halt gemacht und ein Showcase veranstaltet. Ich war selbst auf eurer Party. Für mich fühlte sich das Showcase sehr familiär an. Wie hast du es erlebt?

Ja, eigentlich ziemlich genauso wie du sagst. In der Tat ist die Party immer sehr familiär. Viele unserer Künstler sind auf allen drei Labels vertreten und sind auch zum Teil schon lange miteinander befreundet. Und sowas ist immer wieder ein schöner Anlass sich zu treffen.


Wie kamt ihr auf die Idee ein Label Showcase im Rahmen der ADE zu veranstalten?

Ach, das hatten wir schon ewig vor. LouLou Records und Animal Language machen das ja sogar schon zwei Jahre länger. Sie haben uns dann gefragt, ob wir Lust haben mit zu machen. Wir sind enge Freunde und sowas ist einfach eine tolle Gelegenheit. 


Wie kam die Kollaboration mit LouLou Records und Animal Language zustande?

Na ja, wir wollten natürlich auf dem ADE präsent sein. Und wie gesagt, wir haben zum Teil mehrere Künstler, die auf allen drei Labels releasen. Es lag einfach nah. 

 

Du bist der Gründer des Labels. Wie kam es damals dazu ein weiteres Label, neben King Kong Records, zu gründen und welche Aufgaben übernimmst du innerhalb von Bunny Tiger?

Die ursprüngliche Idee war jetzt gar nicht so sehr ein zweites großes Label zu etablieren. Aber ich hatte eine Menge Tracks produziert, die nicht unbedingt auf King Kong Records passten. Also dachte ich, es wird ein kleines Label, das sehr DJ-Tool-lastig ist. Nur eigene Sachen, sozusagen Sounds von DJs für DJs. Es wurde dann aber immer größer, mit immer mehr Künstlern. Und eigentlich mache ich immer noch das ganze A&R selbst. Das Vertragliche, PR usw. macht das Bunny Tiger Büro.


Wie entstand der gute Kontakt zu Kolombo und LouLou Players? Wenn man euch zusammen auflegen sieht wie im Club Up, dann fällt sofort das warme und herzliche Verhältnis zueinander auf.

Ja, das ist auch so. Wir verstehen uns einfach gut. LouLou Players habe ich ja 2004 entdeckt und auf King Kong Records gesignt. Und über die Jahre hat sich daraus natürlich auch eine enge persönliche Beziehung entwickelt.  


Wenn es so etwas wie einen „typischen“ Bunny Tiger Sound gibt: Wie würdest du ihn beschreiben?

Mhm, den typischen Sound gibt es eigentlich nicht. DJ-freundlich, das sollen die Tracks sein, einfach einsetzbar. Die Genres spielen eigentlich keine so große Rolle. Der Sound eines Labels entwickelt sich ja auch in der Regel immer weiter. Aber vielleicht kann man sagen, dass sich das Ganze im Nudisco/House/Groovy-Bereich abspielt.

Und wir haben ja auch vor zwei Jahren noch Bunny Tiger Dubs gegründet, welches sehr viel mehr TechHouse orientiert ist. 


Das Label selbst hat ja seinen Sitz in Köln, allerdings finden die meisten Showcases in ganz anderen Ländern statt. Wie hat sich das entwickelt? Gibt es dafür einen bestimmten Grund? Du beispielsweise legst häufig in Brasilien auf, wenn man sich deinen Kalender anschaut.

Ja, das ist wahr. Ich komme aus Deutschland, bin aber relativ wenig aktiv hier. Vielleicht liegt das daran, dass andere Regionen das Label direkt in größerem Rahmen wahrgenommen und supported haben. Ich bin also viel mehr in Brasilien, Australian und den USA unterwegs. Natürlich wäre es toll, wenn auch hier in Deutschland mehr stattfinden würde. Das wäre auf jeden Fall ein Ziel für 2018.


Was steht für die kommenden Wochen und Monate auf dem Plan? Gibt es neue Releases, die bereits angekündigt werden können?

Zurzeit arbeite ich an meinem neuen Artist Album und hoffe, dass alles bis Frühjahr 2018 fertig ist. Bezüglich Bunny Tiger kommt jetzt noch im Dezember die neueste Ausgabe unsere erfolgreichen Compilation-Reihe Bunny Tiger SelectionVol. 9 raus. Zusätzlich sitze ich gerade noch an einigen Kollaborationen, weitere Informationen kann ich aber noch nicht geben. Und für uns ganz wichtig – in 2018 haben wir mit Bunny Tiger 5-jähriges Jubiläum. Das feiern wir natürlich groß. Mit Special-Releases, z.B. neuen Remixen von unseren großen Hits als Album.


Wo siehst du dein Label in einigen Jahren? Gibt es Visionen?

Ach, sowas kann man ja immer schwer sagen. Auf jeden Fall möchte ich Bunny Tiger mit so viel Enthusiasmus und Freude weiterführen wie bisher. Und wenn es so erfolgreich bleibt, ist das toll und freut mich. 

 

Interview von Benjamin Laudien

 

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