“Fast alles, was ich gut finde, wurde in den 90ern erfunden: Spaghetti Bolognese, TechHouse … Ein nicht unerheblicher Teil dieses Jahrzehnts ist in meiner Erinnerung leider eine große, seltsam riechende Dampfwolke. Darüber hinaus war ich Skateboard-Kid und kein begeisterter Schüler.

Mit Techno verband ich Flokatiteppich-Jacken, Buffalos und Hunnenfrisuren und das war für mich damals das Gegenteil von cool, weshalb ich auch keinerlei Bestrebungen hatte in Clubs wie Omen oder Dorian Gray zu gehen – sehr unkultig von mir im Nachhinein. Ich spielte in Hardcore-Bands, fuhr Skateboard oder langweilte mich und schaute Fernsehen.

Einen Lieblingssong zu benennen ist schwer – vielleicht die ganze Void-Seite der Faith/Void-Split-LP, Dinosaur Jrs. Coverversion von ‘Just Like Heaven’, ‘Lose In The End’ von Casual oder die erste LP des Wu-Tang Clans. Unspektakulärerweise würde ich Daft Punks ‘Homework’ dafür verantwortlich machen, dass ich anfing, elektronische Musik interessant zu finden.

Und so seltsam es sich anhört: Bei ‘Housefrau’ auf VIVA sah ich ‘People Know’ von ARJ Snoek und konnte es kaum fassen – absolut super und selbst machbar. Es folgte ein Magix Musicmaker und bald eine gecrackte Version von Cubase. Im Jahr 2000 erschien meine erste 12Inch: ‘Kizz My Phillipino Azz’ unter dem Alias Plenty Ammo.

Mit der älteren Schwester eines Freundes fuhren wir manchmal donnerstags zum Wild Pitch Club ins Nachtleben und 1999 eröffnete dann das Robert Johnson. Das Unheil nahm seinen Lauf.”

 

Am 6. Dezember ist Lauers neue EP „Know You“ auf Permanent Vacation erschienen.

Aus dem FAZEmag 094/12.2019

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