06.05._Fr_21.00_Bacio_Lounge_-_Marlboro_Dream_Factory__Lexy___K-Paul__2


Sie haben es wieder getan und damit das halbe Dutzend komplettiert. Ein wenig aggressiv klingt der Titel des neuen Longplayers ja schon. „Attacke“ heißt das im April erscheinende sechste Album der Killercombo Lexy & K-Paul. Waren sie seit 2011 unter dem Motto „Psycho“ unterwegs, ist es nun an der Zeit, noch mal einen Gang höher zu schalten. Entstanden ist mal wieder eine Doppel-CD mit insgesamt 15 Tracks – bekannte Featurings vom Vorgänger sind erneut Teil des Gesamtwerks. Wir trafen die beiden in Berlin zum intimen Skype-Meeting, bei dem sie über Produktionsphase, gemeinsame Urlaube, aber auch unvorteilhaft sitzende Klamotten sprachen.

Warum konnte man vom Album bis dato noch immer nicht viel hören?

K-Paul: Es tut mir unendlich leid – meine Schuld. Ich habe einfach etwas länger beim Mastering gebraucht. Du kannst aber davon ausgehen, dass es total geiler Sound ist.

Bei unserem letzten Gespräch zu „Psycho“ im April 2011 habt ihr mir erzählt, dass ihr extrem gestresst wärd und gerne mal einen Gang runter schalten würdet. Euer neuer Albumtitel deutet aber in eine gänzlich andere Richtung …

Lexy: Krawall und Feierei gibt es ständig – irgendwie gelingt es uns nicht, das vollkommen abzuschreiben. Wahrscheinlich wollen wir es in unserem tiefsten Inneren auch gar nicht. Tatsächlich waren wir im Januar allerdings komplett off und haben einfach nur mal die Seele baumeln lassen. Da gab es genug Zeit um nachzudenken, sich selbst mal wieder zu reflektieren und einfach herunterzukommen. Allerdings konnten wir nicht ganz ohne, so dass dort auch das Video zur ersten Single des Albums entstanden ist.

Und da geht es in der Tat sehr wild zu. Man sieht euch zwei in der Wildnis, bestückt mit einer Menge guter Laune, mindestens genauso viel Alkohol und was sonst noch zu einer ordentlichen Nacht dazu gehört. Im Prinzip ein ganz normales Wochenende bei euch, oder?

K-Paul: Das war eine ganz schön harte Erfahrung für uns. Lexy musste sich dafür sogar von seinem wundervollen Haupthaar trennen, was ihm sicherlich nicht so leicht gefallen ist. Wir wollten in diesem Video voller Gewalt und Überfluss allen Jugendlichen zeigen, wie sie bitte nicht zu sein haben. Es soll eher aufrütteln statt gefallen, oder so.

Lexy: Wie David Hasselhoff damals seiner Tochter zeigte, was bei ihm so abgeht. In Wirklichkeit habe ich in diesem Video zum ersten Mal Alkohol zu mir genommen. Dieses Erlebnis werde ich sicherlich nicht so schnell vergessen. Brechen – so wie im Clip – möchte ich allerdings nicht mehr. Daher trinke ich jetzt wieder nichts.

Beim letzten Longplayer habt ihr euch einige Zeit voneinander getrennt, um frischen Wind zu sammeln und euch anschließend zur Soundfusion im Studio zu treffen. Lief das bei „Attacke“ genau so ab?

K-Paul: Nein, und auf diese Frage habe ich mich extrem gefreut, da ich jetzt eine super schöne Story drumherumbauen kann. 2012, auch in Thailand, haben wir zum ersten Mal gemeinsam Urlaub gemacht. Lexy fing dann plötzlich an, Skizzen zu basteln. Erst habe ich ihn verwirrt angeguckt, weil er im Urlaub tätig wurde, habe ihn aber einfach mal machen lassen. Genau ein Jahr später, als wir uns wieder dazu entschlossen haben, gemeinsam in den Urlaub zu fahren, haben wir den Longplayer beendet. Man kann also von genau einem Jahr und zwei Urlauben in Thailand sprechen.

Lexy: Warum heißt das Ding dann eigentlich nicht „Lexy & K-Paul feat. Thailand?“ K-Paul: Würde wohl keiner verstehen. Den Großteil haben wir auch in Deutschland gemacht. Nur die ersten Züge wurden in Thailand fertig, weil du nie lange schlafen wolltest.

Lexy: Die Vocals zu Attacke haben wir allerdings wirklich in Thailand aufgenommen. Das war der Startschuss zur gesamten Arbeit.

Bevor wir genauer aufs Album zu sprechen kommen: Was genau habt ihr sonst erlebt in Thailand?

Lexy: Wir waren dieses mal auf Koh Samui. War jetzt nicht so geil, war vor zwei Jahren definitiv geiler, lag sicherlich aber daran, dass ich damals verliebt war und eine Freundin dort hatte. Anschließend waren wir in Phuket. Nicht aber, weil jeder Tourist dort hinfährt um abzugehen, sondern weil wir ein paar etwas ruhigere Ecken gefunden haben, wo nicht viel los ist – dennoch alles ist, was man braucht. Die Tatsache, dass wir beide keinen Führerschein haben, wir dort dennoch mit Roller den Verkehr terrorisieren konnten, war schon ganz entspannt.

K-Paul: Entspannt war es bis zu dem Zeitpunkt, an dem Lexy einen ständig dazu anstachelte, noch ein wenig mehr Gas zu geben. Nach ein paar Tagen sind wir wie die Irren über die Insel geballert. Eigentlich verrückt, dass nichts Ernstes passiert ist.

Lexy: Wir hatten meinen Bruder dabei. Und die Gerlach-Brüder haben in den Regel eine eigene Competition für sich. Seitdem sind wir auch echte Biker-Boys.

Was macht eigentlich deine Tenniskarriere, K-Paul? Vor zwei Jahren warst du noch auf dem zweiten Platz in deinem Verein …

K-Paul: Naja, die Position konnte ich leider nicht ganz halten. Ich habe einige neue Leute akquiriert, ohne zu wissen, wie gut sie wirklich sind. U.a. dabei ist Björn Störig, der Drummer von den Koletzkis, meine absolut größte Entdeckung. So groß, dass ich keine Chance gegen ihn habe. Sascha Braemer und Dan Caster haben auch Potenzial, ebenso wie Marteria. Man trifft sich dann schön sonntags zum Auslaufen auf dem Tennisplatz …

Was können wir denn nun auf dem Album hören?

K-Paul: 15 Lieder, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ich würde glatt behaupten, dass sie definitiv breit gefächerter sind als beim Vorgänger. Ein Potpourri aus guter Laune.

Lexy: Im Prinzip kann man das Ganze auch zusammenfassen: Es ist ein neues Lexy & K- Paul-Album. Neues Album, neues Glück. Es gibt auch wieder viele Kollaborationen, u.a. mit Ono oder aber auch Marteria, die von „Psycho“ bekannt sein dürften. Aus der letzt genannten Combo kamen dann noch zwei Sänger bzw. Rapper hinzu. Das sind zum einen Yasha und Chefket. Spoony Talker und Anne Rijke Rosenthal runden das Featuring-Paket ab. Es ist vielfältig, man entwickelt sich weiter. Demnach gibt es neue Sounds, neue Beats, immer mit der gewohnten Prise Lexy & K-Paul.

K-Paul: Das Album ist so, wie es uns aktuell gefällt. Lexy & K-Paul im Jahre 2013.

Lexy: Ich finde, wir sind ganz schön hart geworden. Alle Tracks haben mindestens 130bpm (lacht) und wir versuchen mit den neuesten New-Rave-Acts mit zuhalten. Nein, im Ernst. Von soft und radiotauglich bis zu softhart ist alles dabei.

Mal wieder eine Doppel-CD. Warum?

K-Paul: Aus uns sprudelt es nur so vor Ideen – die müssen ja irgendwo unterkommen.

Das ist nun bereits euer sechstes Album. Ganze 14 Jahre gibt es euch. Wie viele Longplayer meint ihr, wird es von eurer Combo noch geben?

Lexy: In der Tat eine gute Frage. Man könnte eine Art Schnitt ausrechnen. Wenn wir den Alkoholmissbrauch wie in dem Video weiter so betreiben, wird es höchstens noch eine Best-Of-Compilation …

K-Paul: Ein halbes Dutzend haben wir jetzt voll. Zwölf wären natürlich schon geil, aber nochmal 14 Jahre sind ein hartes Stück Arbeit. Ob das die Beziehung mitmacht?

Apropos Beziehung, was passiert nun eigentlich mit Roboter, der euch in den  letzten Monaten treu begleitet hat bei euren Shows?

K-Paul: Einen kurzen Auftritt hat er auf dem Album tatsächlich noch, wo er kurz ‚Bumm- Tschakk‘ einspricht. Für mehr haben die Batterien leider nicht ausgereicht. Wenn wir bis zum Sommer keine mehr finden, muss er entweder verschrottet werden oder man findet ihn in der Wartehalle der Agentur für Arbeit wieder.

Wird es einen Nachfolger geben?

Lexy: Noch ist nichts geplant, aber das Casting können wir hiermit startet. Also an alle dort draußen: Wir brauchen irgendwas. (lacht)

K-Paul: Vielleicht brauchen wir aber auch einfach keine Gimmicks und gehen zurück zu den Wurzeln. Es wird ja anderswo alles immer größer und pompöser – Boxentürme, Torten, Trampoline. Da könnten wir uns auch einfach auf das Wesentliche besinnen und zu zweit unsere Musik präsentieren.

Ihr habt vor wenigen Wochen mit einem Sinfonieorchester beim „Music Discovery Project“ gespielt. Wie war diese Erfahrung für euch?

K-Paul: Es war definitiv eine krasse Erfahrung. Symbiose aus elektronischem und Akustik. Man hatte vorher keine Vergleiche und wusste nicht so recht, worauf man sich da einlässt. Und dann stolziert man auf diese Bühne und ist dem praktisch ausgeliefert. Es hat aber großen Spaß gemacht. Wir haben Wochen und Monate zuvor mit den Verantwortlichen sprechen müssen, um alles perfekt abzustimmen. Soundcheck, zu viel Bass, zu wenige Höhen da. Einer der Geiger war der festen Überzeugung, dass ihm von unserem Bass schwindelig wird. Wir mussten uns dann mit einer Plexiglas-Scheibe trennen, damit er in Ruhe seiner Arbeit nachgehen konnte. Die Jungs waren schon alle nett, aber es gab im Vorfeld eine Menge zu besprechen, was ja normal ist bei einem 80-Mann-Orchester. Im Laufe des Abends sind wir aber dann zu einer Mannschaft fusioniert. Und alle in verdammt schnieke Klamotten.

Lexy: Das mit dem Anzug war meine Idee, da ich dachte wir würden in einer protzigen, antiken Halle auftreten. Dem war dann doch nicht so, auch wenn die Location einen hervorragenden Sound hatte. Jedenfalls hatte ich mir vor fast einem Jahr einen neuen Anzug gekauft, den ich auch nur einmal getragen habe. So selbstsicher, wie ich manchmal bin, habe ich ihn dann ohne ihn je wieder anzuprobieren mit nach Frankfurt genommen. Das Ende vom Lied war, dass mir die Hose viel zu klein war. Ich war also permanent damit beschäftigt, meinen Bauch einzuziehen. Im Gegensatz zu K-Paul, der seinen erst wenige Stunden vorher gekauft hatte.

Ihr seid aktuell auf Albumtour. Ihr wärd nicht ihr, wenn ihr eure Gäste nicht mit ein paar Specials versorgt. Was gibt es diesmal zu sehen bzw. zu erleben?

Lexy: Wir möchten nicht zu viel ausplaudern, allerdings gibt es clubgetrimmte Edits, spontane Richtungswechsel und eine Menge Paukenschläge. Wir versuchen auch, einige der älteren Tracks einzubauen, ohne aber bei manchen dieses Gefühl von ‚oooooh, kenn ich schon‘ zu erzeugen. Das ist in der Tat eine große Herausforderung.

www.lexykpaul.eu

Das könnte dich auch interessieren:
Lexy & K-Paul bei Beach Of Love
Lexy & K-Paul gehen mit „Attacke“ in die Offensive