Im vergangenen April gab sich der Konzertveranstalter-Gigant Live Nation Entertainment noch als Samariter, nun könnte er in rapider Geschwindigkeit zum Buhmann werden. Das Unternehmen mit Sitz in Beverly Hills, Kalifornien hat im Zuge der Corona-Krise angekündigt, für das kommende Jahr eklatante Änderungen im Bereich von Konzerten und Festivals vorzunehmen. Zufolge eines Berichts vom Rolling Stone sei das Ziel des riesigen Unternehmens, das eigene finanzielle Risiko zu minimieren, indem man die Ausfallentschädigungen für Künstler massiv kürze.

In dem von Live Nation erstellten Memo, das dem Rolling Stone scheinbar vorliegt, hieß es zunächst, dass Musiker*innen im nächsten Jahr nur noch 25 Prozent Ausfallentschädigung im Falle einer Eventabsage erhalten sollten. Zuvor waren die Künstler zu 100 Prozent gegen solche Umstände abgesichert.

UPDATE: In einem Interview gegenüber “Pollstar” relativierte ein zu Live Nation gehörender Mitarbeiter nun die jüngsten Geschehnisse: Die Memo, die Mitte Juni an die Öffentlichkeit gelangt war, sei demnach veraltet und außerdem falsch interpretiert worden. Zumindest im Festival-Geschäft wolle man keine Kürzungen der Gagen vornehmen und weiterhin die Beträge zahlen, die auch 2019 gezahlt worden waren, so Charles Attal, Co-Präsident von C3 Presents, das ebenfalls zu Live Nation gehört. Er betonte außerdem, dass Künstlern möglicherweise sogar höhere Gagen gezahlt werden könnten, falls sich die Festival-Saison 2021 als lukrativ und erfolgreich herausstellen sollte.
Quelle: Musikwoche

Doch in der Memo wurden bekanntlich noch andere Aspekte behandelt, bei denen Live Nation (vorerst) nicht zurückruderte:  Bei Absagen von Veranstaltungen aufgrund von höherer Gewalt (wie im Falle einer Pandemie), sollen überhaupt keine Ausfallgagen mehr gezahlt werden. Der jeweilige Künstler werde in solchen Fällen dazu angehalten, sich selber zu versichern.

Und damit nicht genug. So will Live Nation unter anderem die Anzahlungskosten für Events auf 20 Prozent reduzieren, außerdem sollen weitere spezielle Kosten, wie etwa Transport- oder Unterbringungskosten, auf den Künstler übertragen werden, der zudem vor jedem Auftritt einwilligen muss, dass der Gig im Internet live gestreamt wird.

Ob Live Nation seine Aussagen auch diesbezüglich noch einmal relativieren wird?

Die gesamte Memo findet ihr im Bericht vom Rolling Stone.

 

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Quelle: Rolling Stone