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Der gebürtige Wuppertaler Marcus Worgull ist Innervisions-Act der ersten Stunde, hat dort bisher die Katalognummern 03, 13, 34, 41 sowie 48 und 58 (zusammen mit Peter Pardeike) abgeliefert. Seine Debüt-EP „Ole“ erschien 2001 auf dem Kölner Imprint Spectrum Works, sein Debütalbum lieferte er im letzten Jahr zusammen mit Danilo Plessow (Motor City Drum Ensemble) unter dem Namen Vermont auf Kompakt Records ab.


Hier präsentiert er uns die Platten, die ihn musikalisch am meisten geprägt haben:

Bob Marley & The Wailers – Survival (1979, Tuff Gong)
Theoretisch sollte man ja beim Erstellen solcher Listen mit ultrafachmännischen Kennertum und super raren Besitztümern glänzen. Ich bleibe aber lieber bei den Klassikern. Deswegen muss ich auch hier als ersten Bob Marley erwähnen. „Survival“ wegen der schönen Backgroundchöre. The Wailers: ungeschlagen, jeden Tag aufs Neue.

Kenlou – The Bounce/Gimme Groove (1995, MAW Records)
20 Jahre später und immer noch einzigartig. Wäre toll, mal wieder so was aus dem Hause Masters at Work zu hören.

V.A. – Artificial Intelligence II (1994, Warp Records)
Jeder auf dieser Compilation vertretene Künstler hätte auch alleine genannt werden können, aber hier sind sie alle da. Diese Platte war damals wegweisend für mich. Anspieltipp: Alle. Dabei fällt mir auf, dass ich in dieser Abteilung der Plattensammlung unbedingt mal wieder länger forschen sollte.

Rhythm & Sound – w/ The Artists (2003, Burial Mix)
Es gibt dazu eigentlich nicht viel zu sagen, da es eh jeder weiß und kennt. Aber es kann keine solcher Listen wie diese hier ohne eine Platte von Rhythm & Sound, Burial Mix oder Maurizio auskommen. Ein niemals endender Pulsschlag, dem man nicht entkommt. Mal hebt man ab, mal senkt es den Blutdruck. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ich mal in die Situation geraten sollte, mich für die berühmte „eine“ Platte für die viel zitierte einsame Insel entscheiden zu müssen: Ich würde eine von Rhythm & Sound mitnehmen.

Ralph Falcon – Every Now And Then (1992, Miami Soul)
House Music. Das kleine Einmaleins, hier in ganz groß.

V.A. – Off The Wall (1992, Affinity)
Auf einer dieser frühen Partys, wo in irgendeinem Haus die Eltern übers Wochenende nicht da waren und alle das machten, was man auf solchen Partys eben so macht, saß Klein-Marcus lieber im Arbeitszimmer des Vaters und entdeckte diese Compilation hier. Nicht die tollste Jazz-Platte, aber sie hat mir dieses Genre in jener Nacht definitiv näher gebracht.

The Scientist – Meets The Space Invaders (1981, Greensleeves)
Dub! Hat vieles der heutigen Clubmusik schon vor knapp 40 Jahren mit einem Lächeln bzw. breitem Grinsen vorweggenommen. Saucoole, spontane Arrangements und die besten Delays und Reverbs der Welt.

Beastie Boys – Check Your Head (1992, Capitol)
Hat HipHop damals ein neues Gesicht verliehen. Und uns einen wahnsinnig guten Sommer beschert.

The Smiths – The Queen Is Dead (1986, Rough Trade)
War die erste Platte, die ziemlich schnell aus dem Zimmer meiner großen Schwester in mein Zimmer gewandert ist. Und immer wieder und wieder lief. Hat mir Platten hören als solches sehr nah gebracht.

Theo Parrish – First Floor (Part 2) (1998, Peacefrog)
Diese ganzen ersten Theo Parrish-Platten, so wie auch die anderen Sachen, die zu dieser Zeit aus der Ecke kamen, haben mit ihrem spröden, rauen Klang ganz neue Türen geöffnet. Heal yourself and move!

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Fotocredit: Carolina Redondo