MATCHY & BOTT


Matchy & Bott fusionieren hinter den Decks beinahe zu einem Ganzen und liefern Sets ab, die nicht nur in Clubs, sondern gleichermaßen als Podcasts auf internationalen Blogs und Labels gefeiert werden. Doch nicht nur ihre Gigs wie auf dem SonneMondSterne Festival hinterlassen bleibende Erinnerungen, auch die Produktionen der beiden aus dem Frankfurter Raum stammenden Künstler finden sich auf angesagten Labels wie Katermukke, Glasgow Underground oder Moonbootique und werden von DJs weltweit gechartet. Jüngst u. a. mit einem Remix für Ron Flatter am Start, geben Matchy & Bott nicht nur weiter im Studio Gas, sondern arbeiten auch an ihrem Sound, der seinen Schwerpunkt im melodischem Techno findet. Wir haben mit dem Duo über die aktuellen Veröffentlichungen und ihre Pläne gesprochen.

Wie ging es bei euch eigentlich jeweils los mit der elektronischen Musik und wie habt ihr zueinander gefunden?

Matchy: Als Kind habe ich mehrere Jahre Klavier gespielt, was fürs Produzieren wirklich sehr hilfreich war. Über ein paar Darmstädter Rapper kam ich dann mit damals schon mit 14 dazu, Hip-Hop-Beats zu basteln. Eigentlich war ich allerdings schon immer eher ein Fan elektronischer Musik und änderte dann auch bald meine Produktionen. Mit dem Auflegen fing ich dann erst etwas später an.

Bott: Bei mir war dass etwas anders, ich habe meine Liebe zu Techno irgendwie von meinem Vater geerbt. Ich weiß noch, wie ich jeden zweiten Freitag zu meiner Oma abgeschoben wurde, weil meine Eltern in Frankfurt auf Techno feiern gingen. Und einer der prägendsten Moment war, als ich auf Skifreizeit mit 15 oder 16 war und irgendwer im Aufenthaltsraum „June“ von Moonbootica anmachte. Ab diesem Zeitpunkt habe ich mich aktiv mit Techno befasst, mir Live-Videos von Daft Punk etc. angeguckt und mir gesagt: „Das will ich auch.“ Also habe ich angefangen aufzulegen, nur hab ich relativ schnell festgestellt, dass man allein mit auflegen nicht weit kommt und so habe ich auch mit 19 angefangen zu produzieren – aber nur für mich und ich habe nie wirklich was releast. Mit dem Releasen ging’s los, als ich Martin (Matchy) auf einem Geburtstag in Mainz getroffen habe und wir direkt gesagt haben: „Lass was zusammen starten.“ Nun ja hier sind wir, vier Jahre später.

Gibt es Künstler, die euch bis heute nachhaltig geprägt haben?

Da wir ständig an unserem Sound feilen und sich dieser seit unseren Anfängen 2013 auch stark verändert hat, ist das schwierig zu sagen. Von Yazoo, New Order über den Trash der Neunziger, Music Instructor, Members of Mayday etc. bis hin zu heutigen Artists, die die Musikbranche prägen, hat alles irgendwie seine Einflüsse, die in unsere Produktionen mit reinfließen.

Ihr seid mit vielen Tracks und Remixen auf dem Katermukke-Imprint vertreten. Was macht für euch den Spirit des Labels eigentlich aus? Was verbindet euch mit dem Label?

Katermukke war für uns ein großer Schritt direkt zu Anfang unserer musikalischen Laufbahn zusammen als Matchy & Bott, umso mehr freut es uns, immer wieder mit dabei zu sein. Für uns zeichnet Katermukke vor allem das tolle Team und die geilen Events aus.

Euer Output ist ja bekanntlich sehr vielseitig und in sehr regelmäßigen Abständen erscheinen neue Releases. Woher kommt die Inspiration für die viele neue Tracks und Remixproduktionen?

Unsere Produktionen entstehen nicht unbedingt durch Inspiration, sondern sind eher ein Produkt des Augenblicks, der Stimmung, Gefühle, was einem gerade umgibt. Ausprobieren ist die Devise und wenn ein Sound oder eine Melodie gefällt, direkt aufnehmen und weitermachen.

Gibt es ein besonderes Tool oder einen besonderen Trick, den ihr zurzeit gerne beim Produzieren benutzt?

Alles geheim! (beide schmunzeln) Nein, nicht wirklich, aber zurzeit macht es auf jeden Fall die Kombination aus deepen Basslines und treibenden Melodien.

Mit Veröffentlichungen auf Labels wie Suara, Stil vor Talent oder Glasgow Underground habt ihr bisher straight Tech-House vorgelegt. Jetzt geht es mehr Richtung Techno. Wie setzt ihr das in euren Sets um?

Ähnlich wie unsere Produktionen leben auch unsere Sets von der Vielfalt bzw. in diesem Fall von einem Spannungsbogen, Aufbau der sich durch eine Set zieht. Wir spielen alles in einem Set von Techno, Tech und Progressive House und die ein oder andere deepe Nummer. Das spannende bei der Sache ist es ja, alles zu einem stimmig zusammenzufügen. Bei zwei Stunden reinem Geballer, knallt auch nach einer halben Stunde die härteste Nummer nicht mehr, wenn alles auf einer Welle ist.

Legt ihr back to back auf oder organisiert sich das hinter den Decks bei euch von selbst?

Das organisiert sich so ziemlich von selbst, wir spielen Ping Pong, aber Übergänge gehen auch gerne schon mal zu zweit.

Was macht für euch ein gelungener Abend im Club aus?

Die Stimmung ist das absolut Entscheidende, egal ob große Menge oder kleine Partycrowd. Wenn man spürt, dass die Leute fühlen und am Ende des Abends Leute kommen und sagen, sie hätten schon lange nicht mehr so geil gefeiert, hätte ein Abend nicht besser laufen können.

Was geht bei euch noch in den nächsten Monaten?

Wir werden viel Zeit im Studio verbringen, um unseren Techno- und Progressive-House-Sound noch mehr zu prägen. Releasetechnisch ist auch schon einiges in Planung – national, wie auch international. Natürlich freuen wir uns auch schon sehr auf die bald wieder startende Open-Air-Saison.

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