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Ein Späti-Verkäufer aus Charlottenburg und ein ehemaliger Einweiser vom Flughafen Tegel zogen im vergangenen Jahr ein Koks-Taxi-Geschäft auf. Nun wurden sie angeklagt und haben sich durch Geständnisse ihre Haftzeit verkürzt.

Die Beiden müssen dennoch zwischen vier bis fünf Jahre hinter Gittern verbringen. Seit Februar 2020 sollen sich die Angeklagten mit anderen zu einer Bande zusammengeschlossen und Kokain in Berlin, Potsdam, Teltow und Kleinmachnow ausgeliefert haben.

Angeblich gehörten sie zur Führungsebene und führten ihre Geschäfte über ein „Encro-Chat“-Handy. Laut Anklage hat die Bande bei einem niederländischen Händler rund fünf Kilogramm Kokain gekauft.

Die Abnehmer bekamen eine Werbemail „Freunde aus Holland haben was Schönes mitgebracht“. So wurden mindestens zwei Kilogramm Kokain in acht Wochen verkauft. Mit mehreren Koks-Taxi-Fahrern, die feste Arbeitszeiten hatten, wurde die Ware an den Mann oder die Frau gebracht. Das gestreckte Kokain wurde in 0,4 bis 0,47 Gramm Eppendorf-Cups zu je 50 Euro verkauft. Bei fünf Stück gab es sogar einen Mengenrabatt. Und zwar eins gratis obendrauf.

„Enchro-Chat“ wurde bis zur Infiltrierung und Schließung im Sommer 2020 größtenteils von Kriminellen benutzt und bot eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Der Dienst hatte mehr als 60.000 Nutzer und nach der Schließung gab es über 800 Festnahmen in ganz Europa. Allein in den Niederlanden wurden damals 19 Drogenlabore, 8.000 Kilogramm Kokain, 20 Millionen Euro und 25 Autos sichergestellt.

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