
Die Techno-Szene steht im Fokus einer neuen Folge der ZDF-Reihe „Die Spur“. Unter dem Titel „Missbrauch: Insider schockt die Techno-Szene“ gehen die Autorinnen Maike von Galen und Silja Thoms Vorwürfen über sexuelle Übergriffe nach, die den Festivalsommer geprägt haben. Die Dokumentation ist seit dem 23. September um 18 Uhr in der ZDF-Mediathek verfügbar und läuft am selben Abend um 22:45 Uhr im ZDF.
Ausgangspunkt der Recherche ist ein ehemaliger Mitarbeiter einer Konzertagentur, der über soziale Medien schwere Anschuldigungen gegen bekannte DJs erhoben hatte. Auch wir haben über die Ereignisse berichtet. Das ZDF nennt dabei unter anderem den deutschen DJ CARV und den Schweizer DJ Odymel. Beide reagierten auf die Vorwürfe; laut ZDF räumten sie diese teilweise ein. Die Reporter:innen versuchen im Verlauf der Recherche, die Hintergründe der Anschuldigungen zu überprüfen, und treffen den Insider schließlich auf Ibiza, um ihn zu seinen Motiven und Quellen zu befragen.
Die Recherche blickt dabei auch auf die breitere Debatte innerhalb der Szene. Laut ZDF haben sich über die Instagram-Seite MeTooDJ mehr als 300 Frauen gemeldet, die ihre Erfahrungen öffentlich machen wollen. Thematisiert werden unter anderem sexualisierte Gewalt, der Einsatz von K.-o.-Tropfen und Vergewaltigungen. Das ZDF verweist zudem auf die Problematik einer hohen Dunkelziffer, da Betroffene aus Scham, Angst oder der Sorge, nicht ernst genommen zu werden, Vorfälle häufig nicht melden.
Auch die Rolle von Awareness-Konzepten wird in der Dokumentation untersucht. Awareness-Teams, Ansprechpersonen, Rückzugsräume und geschultes Personal gehören mittlerweile in vielen Clubs und auf Festivals zum Standard. Gleichzeitig kommen in der Doku Stimmen zu Wort, die weitere Maßnahmen fordern.
Laut ZDF hatten die Vorwürfe große Folgen für den Festivalsommer. Veranstalter:innen in Deutschland und Belgien nahmen gebuchte Künstler aus Programmen, darunter Parookaville, Ferdinands Feld, Electrisize, World Club Dome, Open Beatz, Tomorrowland und Verknipt. Die Doku fragt damit nicht nur, was hinter den konkreten Vorwürfen steckt, sondern auch, wie eine Szene mit Anschuldigungen, Betroffenen und der eigenen Awareness-Kultur umgehen kann.
Die Dokumentation findet ihr hier.
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