Der Londoner Produzent Rival Consoles meldet sich ein Jahr nach seinem letzten Album „Night Melody / Articulation“ mit einer neuen Veröffentlichung zurück: „Overflow“ ist nicht nur das neunte Studioalbum des Musikers Ryan Lee West, sondern auch konzipiert als Vertonung einer Tanzproduktion.
Das gleichnamige Stück handelt von Daten und deren Einfluss, welche Auswirkungen Big Data auf die menschliche Gefühls- und Lebenswelt hat. Es geht um soziale Medien und Werbung, um Marketingfirmen und politische Gruppierungen, die diese gewaltigen Datenmengen nutzen, um sich Reichtum und Macht zu sichern und dabei Spaltung säen. Als wichtige Inspirationsquelle diente dafür unter anderem das Buch „Psychopolitik: Neoliberalismus und die neuen Machttechniken“ des koreanisch-deutschen Philosophen Byung-Chul Han.
Der Choreograph von „Overflow“, Alexander Whitley, orientierte sich beim Schreiben von „Overflow“ an den Songskizzen von West, dieser wiederum besuchte regelmäßig die Proben, um die Songs fertigzustellen. Insofern funktioniert „Overflow“ wie eine Symbiose aus Tanz und Musik, die neue (Klang-)Welten eröffnet und erforscht.
„Ich habe viel Zeit mit Alex und den Tänzer*innen im Studio verbracht und im Verlauf der Arbeit immer wieder neue Dinge ausprobiert. Selbst während der ersten Proben auf den verschiedenen Theaterbühnen habe ich teilweise noch spontan kurze Parts auf meinem Laptop dazu entwickelt, die wir dann auch tatsächlich verwendet haben: ‘Scanning’ zum Beispiel, ein Stück, das auf einer elektromagnetischen Aufzeichnung aus dem Inneren eines iPhones basiert, aufgenommen, während man sich mit dem Gerät in den sozialen Netzen bewegt. In dieser Big-Data-Welt der sozialen Medien und Cookies ist normalerweise alles unsichtbar, alles wirkt ganz still und bleibt versteckt hinter dieser ansprechenden und verführerischen Oberfläche. Deshalb fand ich es spannend, genau das Gegenteil dieser Ästhetik zu zeigen, ein kratzend-mechanisches Scan-Geräusch zu integrieren, das ein Licht darauf wirft, was im Hintergrund wirklich vor sich geht. Wenn jedes Mal, sobald unsere Daten irgendwo erfasst, verkauft oder verwendet werden, ein seltsames Klickgeräusch zu hören wäre, würde das unsere Wahrnehmung davon vollkommen verändern.“
Heute erscheint die erste Single aus „Overflow“, die gleichzeitig Eröffnungstack des Albums ist. „Das Stück beginnt mit ‘Monster’, was so etwas Wahnsinniges und Betrunkenes hat, wobei dieses stark-wiederholende Element aufgreift, wie monoton unser Umgang mit modernen Technologien wie z.B. Social Media ist“, erklärt der Musiker. „Zwischenzeitlich bewegt sich alles in Richtung Chaos, nur um dann doch wieder zum Ausganspunkt zurückzufinden — bis schließlich alles in eine totale Erschöpfung mündet. Gerade mit dem Eröffnungstitel wollte ich ein derart deutliches Statement machen“.
Die Tanzproduktion kommt im Frühjahr 2022 auch nach Europa.

Das Album „Overflow“ erscheint am 3. Dezember 2021 via Erased Tapes und ist als CD, digital, und als limitierte Vinyl erhältlich. Die erste Single „Monster“ ist ab heute überall zu hören:

Hier kannst du das Album pre-saven.

Tracklist                                                                        
1. Monster
2. I Like        
3. Hands
4. Pulses of Information
5. Noise Call and Response I
6. Overflow
7. The Cloud Oracle
8. Tension in the Cloud
9. Noise Call and Response II
10. Scanning
11. Flow State
12. Touches Everything
13. Making Sense of It All
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