Stetig füllt sich unsere Compilation. Auch diesen Monat kommt ein neuer Track hinzu, und zwar der von unserem neuen Gewinner – Ten In Name. Wir gratulieren herzlich und stellen ihn euch mit den folgenden Zeilen etwas näher vor.

Ten In Name, wann und wie hat alles angefangen?

Das war Mitte bis Ende der 90er-Jahre. Ein Freund aus meiner Klasse hat mich mehr oder weniger infiziert. Er nahm sich die neuesten Titel aus dem Radio auf Kassette auf und wenn wir bei ihm waren, liefen die Bänder rauf und runter. Ich fand die Musik ganz cool, richtig Klick gemacht hat es allerdings erst, als er mir eines Nachmittags irgendeine Music-Maker-Software zeigte, mit der er angefangen hatte, diese Musik nach zu produzieren. Ich war total geflasht und zwei Tage später hatte ich die gleiche Software, bei der man zumindest eigene Melodien eingeben konnte. Von da an habe ich mich immer mehr mit dem Thema beschäftigt und bin neben der Schule arbeiten gegangen, um ein wenig Geld anzusparen. Zudem wurde ich sehr von meinen Eltern gefördert und unterstützt, wodurch ich mir nach einiger Zeit die ersten gebrauchten Hardware-Synthesizer, ein kleines Mischpult und eine abgespeckte Version von Cubase leisten konnte. Ab 2006 folgten dann die ersten Veröffentlichungen, damals noch unter anderen Pseudonymen auf 3 Klang Records, ZYX Music und In Trance We Trust.

Woher stammt dein Wissen über Musikproduktion?

Das meiste habe ich mir selbst beigebracht, viel rumprobiert, Fehler gemacht, daraus gelernt. Nach der Schule habe ich überlegt, ob ich Tontechnik studieren soll und mich letztendlich dagegen entschieden. Ich konnte mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, ggf. den ganzen Tag im Studio Musik abmischen zu müssen, die mir nicht gefällt, um dann abends keine Lust mehr auf meine eigene Musik zu haben. Ich habe mich für Eventmanagement entschieden und hatte das unfassbare Glück, dass mich mein Weg in die Management- und Bookingagentur dancefield geführt hat. Das war wie ein Traum. Ich konnte mein Hobby zum Beruf machen, nicht als Künstler, aber das wollte ich auch gar nicht. Ich durfte für Künstler arbeiten, die ich immer für ihre Musik bewundert habe und in dieser Zeit viel über die Musikszene und nebenbei auch über Musikproduktion gelernt. Dafür bin ich sehr dankbar.

Wie hat sich dein Studio in der Zwischenzeit entwickelt?

Ich habe lange Zeit mit Logic 9 gearbeitet, mit dem auch „Elbufer“ entstanden ist. Ich brauchte dann eine kreative Veränderung in meinen Arbeitsabläufen und arbeite mittlerweile mit Ableton Live. Auch an Hardware habe ich mich, abgesehen vom Macbook, auf eine TR-09 und ein paar Controller sowie Masterkeyboard verkleinert. Über die Jahre haben sich dann viel zu viele Plug-ins angesammelt, wobei zu meinen Lieblingen nach wie vor der MS20 und der Surge – den es mittlerweile als Freeware gibt – zählen. Meine Hauptabhöre sind ADAM A8X und die Zweitabhöre bilden Yamaha MSP5 in Kombination mit einem HS10W Subwoofer.

Was macht deinen eingesendeten Track „Elbufer“ aus?

Ich denke, die Soundauswahl war bei dem Track entscheidend. Die Melodie ist einfach gehalten, umso wichtiger war, dass die Sounds das Feeling der Nummer mittragen. „Elbufer“ lebt von der Atmosphäre, die sich dadurch aufbaut.

Und wann kommt die Nummer zum Einsatz?

Wenn ich den Track höre, habe ich das Bild von einem Sonnenuntergang vor Augen. Ein leichtes Flimmern über dem Wasser, eine relaxte Atmosphäre, in der die Leute bei guter Laune, tollem Wetter im Sand oder auf einer Terrasse in den Abend starten und sich langsam Eingrooven. Ein guter Anfang, mit der man sein Set kontinuierlich aufbauen kann.

Wie lange hast du an dieser Produktion gearbeitet?

Das Grundgerüst war an einem Abend fertig, die Feinheiten haben nochmal ein paar Tage gebraucht. Ich habe den Track dann eine ganze Weile liegen lassen, wiedergefunden und final abgemischt. Das hat mit Sicherheit nochmal zwei, drei Tage gedauert, da ich beim Thema Mixing sehr kritisch bin.

Wo können wir dich hören?

Im Club oder auf Festivals spiele ich mittlerweile nicht mehr. Ich habe allerdings vor zwei Jahren meine Plattenspieler für mich wiederentdeckt, mir einen DVS-fähigen Mixer dazu besorgt und eine kleine Mixreihe auf Soundcloud namens „Ten In …“ gestartet. In dieser veröffentliche ich mehr oder weniger regelmäßig einen monatlichen Mix, bestehend aus 10 Tracks, die mir auf Vinyl oder halt digital über den Weg laufen. Das ist aber eine reine Just-for-Fun-Geschichte. 

Welcher Artist oder welches Label inspiriert dich momentan am meisten?

Das ist schwer, weil ich auch viel in alten Sachen grabe. Ich höre mir meistens Sets ganz unterschiedlicher Künstler wie Laurent Garnier, Hito, Peggy Gou, Âme, aber auch Marcel Dettmann oder Nina Kraviz auf Soundcloud oder Youtube an und wenn ein Track heraussticht, gehe ich auf die Suche danach. Ich freue mich jetzt schon wieder auf die Sets der Time Warp – das gibt neuen Input.

Was sind deine aktuellen Top-3-Hits?

Jaydee – Plastic Dreams (Nicole Moudaber Renaissance Remix)
Felix Kröcher feat. Haptic – Faceless Fears (Extended Mix)
MDK – Mr. Nobody

Und welcher Track geht immer?

Mojado – Ethno Preacher

Welches Ziel verfolgst du mit deinen Produktionen? Wohin soll die Reise gehen?

Ich verfolge mit meiner Musik keine professionellen Ambitionen. Im Rheinland sagen wir: „Et kütt wie et kütt“. Wenn meine Musik anderen gefällt und gerne gehört wird, freut mich das wirklich sehr. Wenn ich mit dieser Musik dann sogar noch einen so etablierten Künstler wie Dominik Eulberg erreiche und sogar überzeugen kann, dann macht mich das schon extrem stolz.

 

Moskovskaya Producer Challenge im März:
Mathias Kaden möchte eure Tracks

Die bisherigen Gewinner:
Moskovskaya Producer Challenge – der erste Gewinner: Martha C
Moskovskaya Producer Challenge – Gewinner #2: Felix Harrer
Moskovskaya Producer Challenge – Gewinner #3: Thomas Beyer
Moskovskaya Producer Challenge – Gewinner #4: SUZé

Foto: Doris Hein