Nach Attacke auf Aktivisten: Boiler Room meldet sich zu Wort

Nach den Protesten bei einem Boiler-Room-Event in New York hat sich der Veranstalter erstmals öffentlich zu den Vorfällen geäußert.

Im Mittelpunkt der Stellungnahme stehen die mutmaßliche Attacke auf Demonstranten, der Umgang mit friedlichen Protesten sowie die Ankündigung, den Ablauf gemeinsam mit dem Veranstaltungsort zu untersuchen.

Die Demonstrationen fanden während eines Boiler-Room-Events in New York statt. Organisiert wurden sie von der Initiative Boycott Room, die sich gegen die Eigentümerstruktur des Veranstalters richtet.

Während der Aktion legten sich mehrere Aktivisten auf den Boden und stellten mit einem sogenannten „Die-in“ symbolisch Tote dar. Nach Darstellung von Boycott Room eskalierte die Situation, als einzelne Festivalbesucher die am Boden liegenden Demonstranten getreten oder über sie hinweggelaufen sein sollen.

Erst danach seien Sicherheitskräfte eingeschritten. Bilder und Videos des Vorfalls verbreiteten sich anschließend in den sozialen Netzwerken. Boiler Room reagierte nun mit einem kurzen öffentlichen Statement auf die Ereignisse.

Darin heißt es: „Uns sind Aufnahmen von der Veranstaltung „Boiler Room NYC“ am vergangenen Wochenende bekannt, die offenbar zeigen, wie sich ein Besucher gegenüber einem Demonstranten auf eine Weise verhält, die bei unseren Veranstaltungen keinen Platz hat.“

Zugleich unterstreicht der Veranstalter, friedliche Demonstrationen grundsätzlich zu akzeptieren. „Wir respektieren das Recht auf friedlichen Protest, und das Wohlergehen aller Personen bei unseren Veranstaltungen ist uns wichtig. Wir prüfen den Vorfall und stehen dazu im Austausch mit dem Veranstaltungsort.“

Darüber hinaus verweist Boiler Room auf die laufenden Ermittlungen und bittet mögliche Betroffene sowie Zeugen, die Behörden einzuschalten. Wörtlich heißt es: „Wir möchten alle Personen, die glauben, Opfer einer Straftat geworden zu sein, oder die Informationen zu diesem Vorfall haben, dazu ermutigen, sich an die Polizei zu wenden.“

Die Proteste stehen im Zusammenhang mit der Eigentümerstruktur von Boiler Room. Hintergrund ist die Zugehörigkeit des Veranstalters zu Superstruct Entertainment, das seit 2025 der Investmentgesellschaft KKR gehört.

Die Initiative Boycott Room kritisiert diese Verbindung und begründet damit ihre Protestaktionen. Bereits nach dem Eigentümerwechsel hatte Boiler Room erklärt, dass die eigenen Mitarbeiter weder über Eigentums- noch über Stimmrechte verfügten und deshalb keinen Einfluss auf die Besitzverhältnisse hätten.

Gleichzeitig betonte das Unternehmen, dass Investoren keinen Einfluss auf die redaktionischen oder kuratorischen Entscheidungen der Plattform ausübten. Mit der jetzt veröffentlichten Stellungnahme äußert sich Boiler Room erstmals direkt zu den Geschehnissen in New York.

Konkrete Angaben zum weiteren Verlauf der internen Prüfung machte der Veranstalter bislang nicht. Auch zu den Vorwürfen wurde in den Statement nicht noch einmal Stellung bezogen, bislang ist das Statement weder auf Instagram oder Facebook gepostet worden.

Bereits 2025 zur fast gleichen Zeit wurde ein DJ-Set beim Boiler Room Weekender in New York unterbrochen, als ein Aktivist auf eine Plattform kletterte. Dabei trug er ein Shirt mit der Aufschrift „Diese Partei tötet“ und eine selbstgemachte Fahne, auf der „Boiler Room und KKR finanzieren Völkermord.“ (FAZEmag berichtete)

 

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