Florian Pajer

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Das Dour Festival im gleichnamigen Ort in Belgien sollte mittlerweile Festivalinteressierten ein Begriff sein. Zum einen existiert es schon seit den späten Achtziger Jahren, zum anderen überzeugt es jedes Jahr aufs neue mit einem atemberaubenden Line-up und super Organisation. Wir waren auch in diesem Jahr wieder vor Ort und haben uns von der atemberaubenden Atmosphäre und der Anzahl an Bands begeistern lassen. In diesem Jahr zählten unter anderem M.I.A., Die Antwoord, Nas, De La Soul, Justice sowie Vitalic zu den Headlinern. Was es sonst noch so alles zu erleben gab erfahrt ihr hier in unserem Nachbericht.

Florian Pajer

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Für uns ging es bereits am Mittwoch nach Dour, denn am Mittwochabend hat die britische Künstlerin M.I.A. das Festival auf der Last Arena Stage eröffnet. Ihr Auftritt war routiniert, wirkte aber ab der Hälfte leider recht lustlos. Was allerdings nicht auf ihre Tänzerinen und ihren DJ zutraf. Sie übertrafen sich gegenseitig mit Spaß an der Sache und das Publikum honorierte das dementsprechend. Nach ihrer Show ging es gegenüber der Stage in der Jupiler Boombox mit dem Auftritt von Vandal weiter, der sein Publikum mit einer tollen Mischung aus Jungle und Happy Hardcore mitriss.

 

Der Donnerstag begann ganz entspannt mit der belgischen Indie Rock-Band Animal Youth. Die sollte man im Auge behalten, sie erinnern leicht an Bands wie Slowdive oder Sonic Youth. Danach haben wir uns noch den Rest von Glass Museum angesehen, die moderne Klassik mit Jazz verbinden. Ebenfalls toll war der Auftritt des belgischen Drone- und Techno-Produzenten Monolithe Noir und der britischen Rapperin Kate Tempest, die sich in ihren Texten mit politischen Themen wie Feminismus und soziale Ungleichheit auseinander setzt. Danach setzte aber ein Marathon ein, da an dem Abend noch Red Axes, Rival Consoles, Blanck Mass, Larry Heard als Mr. Fingers, Todd Terje, The Black Madonna, Overmono, Dubfire, Karenn und Dax J spielten. Von diesen Auftritten waren die von Red Axes, dem Brüderpaar Overmono Rival Consoles, Larry Heard, Karenn und Dax J atemberaubend. Jeder dieser Acts holte das Beste aus sich raus und konnte das Publikum zum durchdrehen bringen. Besonders das Set von Dax J brachte die Menge zum toben.

Monolithe Noir Copyright Florian Pajer

Monolithe Noir Copyright Florian Pajer

Kate Tempest Copyright Florian Pajer

Kate Tempest Copyright Florian Pajer

Red Axes Copyright Florian Pajer

Red Axes Copyright Florian Pajer

Am Freitag begeisterten uns dann zuerst All Them Witches mit ihrem Mix aus PsychedelicRock, Blus und Hard Rock, bevor es bei Amelie Lens dann technoider wurde. Leider konnten wir ihren Auftritt nicht ganz sehen, da in der Zwischenzeit Trentemøller mit seiner Band began. Auch sie hatten ihr Publikum fest im Griff und spielten ein atemberaubendes Set. Auf der Hauptbühne spielte währenddessen NAS, den wir auch auf gar keinen Fall verpassen wollten. Wie erwartet war es voll, aber auch verdammt gut. Die Hip Hop Legende spielte alle seine Klassiker und war bestens gelaunt. Zu guter letzt kamen auf dem Red Bull Elektropedia Balzaal Blawan und Nina Kraviz und auf der Bühne Le Labo spielte Palms Trax. Bei dem Auftritt von Blawan standen wir ziemlich weit vorne und konnten den schieren Druck der Anlage spüren. Techno aus einer anderen Dimension. Nina Kraviz Set hingegen zündete nicht wirklich bei uns, so dass wir nach einer halben Stunde zu Palms Trax gingen. Der fing grade an als wir ankamen und spielte mit einer Leidenschaft ein House-Set, dass uns restlos begeisterte und eine verschwitzte aber glückliche Menge in die Nacht entließ.

Florian Pajer

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Trentemøller Copyright Florian Pajer

Trentemøller Copyright Florian Pajer

NAS Copyright Florian Pajer

NAS Copyright Florian Pajer

Der Samstag begann für uns mit einer Reihe ausgezeichneter belgischer Bands wie Oathbreaker, Brutus, Nostromo und AmenRa sowie den Franzosen von Alcest. Damit waren wir gut beschäftigt und hielten uns fast den gesamten Tag dort auf. Die einzige Abwechslung gab es für uns in Form des Konzerts der Hip Hop Legende De La Soul mit Begleitband, den Südafrikaner Die Antwoord, die mit ihrer verrückten Show alle begeisterten und Rone, der mit einem tollen Live-Set punktete. De La Soul waren von den Konzerten allerdings am entspanntesten, sie spielten ihre Songs mit einer tollen Begleitband, die mit mehreren Bläsern, Synthesizer, Gitarre und Bass breit aufgestellt war.  In der Nacht waren wir bei Marie Davidson, von der wir leider nur einen kleinen Teil mitbekamen, Mall Grab, der ein super Set spielte, was jenem von Palms Trax ähnelte und genauso frenetisch bejubelt wurde. Leider musste Mall Grab sein Set in der Mitte unterbrechen, weil ein Unbelehrbarer an der Traverse hinauf geklettert ist und in 15 Metern Höhe dem Set folgen wollte. Nach der Unterbrechung ging es aber mit genauso toller Musik weiter. Abgerundet wurde der Abend dann durch den Auftritt der Mexikanerin Demian Licht, die extra eine Audio-Visuelle Show vorbereitet hatte. Merkt euch ihren Namen, von der Frau werdet ihr noch viel Gutes hören.

De La Soul Copyright Florian Pajer

De La Soul Copyright Florian Pajer

Demian Licht Copyright Florian Pajer

Demian Licht Copyright Florian Pajer

Am Sonntag freuten sich alle Besucher auf den Auftritt der Headliner Justice. Bevor es allerdings so weit war, gab es auch am Sonntag noch eine Menge zu erleben. Lone spielte, Charlotte de Witte Dixon, Tale Of Us, Kölsch, Surgeon und Adam Beyer folgten ihm. Zu einem der Highlights zählte aber wohl der Auftritt von Carl Craig, der mit seinem Versus Synthesizer Ensemble für Spannung sorgte. Ihm folgten Jon Hopkins, Kiasmos und Kink. Besonders das DJ-Set von Kiasmos und das Live-Set von Kink blieben nachhaltig im Gedächtnis. Beiden gelang es innerhalb einer Stunde das Publikum auf eine Reise durch Raum und Zeit mitzunehmen, so dass man beides vergaß und sich völlig dem Moment hingeben konnte. Justice wirkten dazwischen wie eine kurze Energiespritze. Ihr Set war klasse und beinhaltete natürlich ihre ganzen Hits. Danach spielte nur noch Kink. Nach dem er unter frenetischem Jubel sein Set um kurz nach drei morgens beendet hatte war das Dour 2017 leider vorbei. Wir freuen uns, dass wir dabei sein durften und freuen uns schon auf das nächste Jahr, wenn es wieder heißt: „Doureuuuuh“!

Lone Copyright Florian Pajer

Lone Copyright Florian Pajer

Carl CraigVersus Synthesizer Ensemble Copyright Florian Pajer

Carl CraigVersus Synthesizer Ensemble Copyright Florian Pajer

Justice Copyright Florian Pajer

Justice Copyright Florian Pajer

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