pillen


Dass die Niederlande sehr liberal in ihrer Drogenpolitik sind, ist weitgehend bekannt. Nur was eine Studie der Uni Limburg preisgibt, schlägt alle Rekorde.

Bereits vor 20 Jahren sprachen US-Ermittler von dem kleinen „Narco-Staat“ an der Nordsee. Mittlerweile liest man fast täglich von Drogenlaboren und -küchen, die überall in den Niederlanden hochgenommen werden. Da das Ganze nie systematisch untersucht wurde, wurde nun ein Bericht der Polizeiakademie veröffentlicht, der sich auch Produktion und Handel mit synthetischen Drogen konzentriert.

Daraus ergab sich, dass das Beneluxland an der Weltspitze des Geschäfts steht. Laut Hochrechnung sollen im Jahr 2017 dort nämlich knapp eine Milliarde Ecstasy Pillen und mehr als 600 Tonnen Amphetamin hergestellt worden sein. Auf der Straße würde das gut 19 Milliarden Euro einbringen, was den Jahresumsatz von so einigen Großkonzernen bei Weitem übertrifft. Eine Pille wird für 20 Cent hergestellt und bringt bis zu 18 Euro im Verkauf. Kein Wunder, dass das Geschäft so boomt.

Die Schätzung des Berichts stützt sich größtenteils auf entdeckte Labore und Festnahmen von Zollbeamten. Man war sich aber einig, dass der wahre Wert wohl weitaus höher sei. Mindestens 80 Prozent der Ware werde exportiert.

Warum das so ist, liegt auf der Hand. Die Niederländer sind zuverlässig und diskret. Große Händler mit weltweiten Verbindungen. Es gibt mehrere Hochseehäfen und die Strafen für Hersteller sind die niedrigsten in Europa.

Traditionell war man in den Niederlanden immer sehr nachsichtig bei Drogen. Grundstoffe für Pillen wurden erst relativ spät verboten und es die Szene ist bestens vernetzt. Viele Gründe, warum das internationale Geschäft so gut läuft.

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