
In England hat eine illustre Mischung aus Kleinkriminalität, Faulheit und tierischer Plauderei für ein echtes Spektakel gesorgt – und dabei 15 Dealer hinter Gitter gebracht. Was nach einer Szene aus einem Guy-Ritchie-Film klingt, war bittere Realität: Ein sprechender Papagei wurde zum unfreiwilligen Kronzeugen gegen eine ganze Drogenbande. Kein Witz.
Die Gang, aktiv in Lancashire (Nordwestengland), war auf den klassischen Stoff spezialisiert: Crack, Heroin, Kokain – das volle Set für die Straße. Die Truppe operierte nach dem altbewährten „Graft“-Modell: Die Chefs zogen im Hintergrund die Strippen, während die Laufburschen die Drogen direkt auf die Straße brachten – teilweise bis zu 100 Mal am Tag. Lieferung frei Haus, direkt zur Szene.
Das Ganze flog auf, als die Polizei in Burnley einen Durchsuchungsbefehl gegen ein mutmaßliches Drogenversteck durchsetzte. Und dann kam der Moment, in dem der Papagei der Star wurde: Während die Officers das Haus stürmten, plapperte der Vogel ganz entspannt: „Oi, oi!“, gefolgt von einem frechen „Shut up!“. Wer da dachte, das Tier wäre nur auf Krawall gebürstet, lag falsch – die Aussagen des gefiederten Zeugen passten nämlich exakt zu denen der Verdächtigen. Die Beamten feierten den Papagei intern als „unerwarteten Kollaborateur“.
Die Ermittlungen liefen bereits seit Monaten unter dem Codenamen „Operation Warrior“. Über 60 Personen wurden ins Visier genommen, 15 von ihnen kassierten jetzt Haftstrafen – zusammen über 58 Jahre Knast. Darunter auch die Drahtzieher im Hintergrund.
Drogen, Bargeld und Luxusuhren
Bei den Razzien beschlagnahmte die Polizei nicht nur Drogen, sondern auch Bargeld, Designerklamotten, Luxusuhren und Fahrzeuge – der klassische „Trapper-Lifestyle“, schön zur Schau gestellt. Doch mit dem Erfolg der Operation zeigt sich einmal mehr: Wer zu laut krächzt, fliegt eben auf.
Ob der Papagei nun Polizeischutz bekommt oder als Szene-Legende weiterlebt, ist unklar. Sicher ist nur: In Lancashire spricht man neuerdings nicht nur von Raves – sondern auch vom „sprechenden Schnabel“, der 15 Dealer aus dem Verkehr zog.
Quelle: 20min.ch
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