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„The Final“ und „Miami Pop“ – zwei Hits, die Phil Fuldner in den Olymp der elektronischen Musikszene katapultiert haben. Der gebürtige Marler ist seit über 20 Jahren aktiv, bereist die Clubs rund um den Globus und ist regelmäßig im Essener Hotel Shanghai zu hören. Hier präsentiert er uns seine drei liebsten House-Klassiker.

Phase II – Reachin’/Brotherhood Mix (Movin’ Records, 1988)
1988 war Housemusik gerade auf dem Sprung zur aktivistischen Gesellschaftsutopie – getragen von Pionieren aus den USA und UK – als sich Chris Herbert, Josh Milan und Kevin Hedge um 1985 in New Jersey zu dem Projekt Blaze zusammentaten (auch heute ja noch hinlänglich bekannt). Mit der Ergänzung um Chris Herberts Bruder Vince und seinen Kollegen Jerry Edwards entstand nur wenig später das Projekt Phase II, die sich im musikalischen Look & Feel in der Tradition von Ten City oder Turntable Orchestra bewegten: relativ schlichte House Backings mit Uplifting Piano Melos und fast schon klassisch Song-orientierten Full Vocals. Ich weiß noch, dass ich „Reachin’“ etwa zur selben Zeit in die Finger bekam, wie die „The History Of The House Sound
Of Chicago“-Box. Der Rest ist Geschichte.

Demon – Lil’fuck/Funkasized by Étienne de Crécy (20000st, 1999)
French House war immer (m)eine große Liebe. In der rivalisierenden Jugendkultur der populären Musik hatten die Franzosen das Transportieren von großen Gefühlen schon Jahre vorher zur einsamen Meisterschaft gebracht. Ein absoluter Emotion-Magnet für mich, zumal auch noch das hemmungslose Verbraten von Funk- und Disco-Samples hinzukam, was Demons „Lil’fuck“ in der vorliegenden Version zwar etwas weniger reißerisch, aber dafür eindrucksvoll aufgeräumt dokumentiert. Bernard Whites „Master Rocker“ wird hier äußerst kreativ zerlegt, wobei gleich mehrere Versatzstücke des Original-Tracks von 1981 von Jérémie Mondon und Crécy ineinander geschoben, und mit ein paar Vocal-Fetzen garniert werden. Französische Suggestionsartistik at its best. Damals wie heute ohne Abzüge einsetzbar.

Metro Area – Miura (Environ, 2001)
Dieser Track ist ein geradezu exemplarisches Schaustück für den unaufgeregten Deep-House-Sound der frühen 2000er-Jahre. In absolut moderater Geschwindigkeit pflastern Morgan Geist und Darshan Jesrani einen Pfad aus straighten Beats, einer angenehm unverspielten Bassline, schlichten Flächen und einem kurzen Vocal-Stakkato, der nicht viel später von Namen wie Crazy P, oder Chicken Lips bekanntermaßen erfolgreich beschritten werden wird. Metro Area haben zudem mit ihrem Label Environ – ähnlich wie das US-Imprint Guidance – maßgeblich zur frühen Salonfähigkeit von Deep House beitragen und dies fast gänzlich ohne das übliche Referenzkarussell manch anderer Label im House- und Techno-Bereich. Diese wenig gravitätischen Tracks wie „Miura“ waren absolute Garanten, wenn es darum ging, den Floor nach einem etwas zu ambitionierten Warm-up wieder weise und stilvoll zu füllen.

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