„How I met The Bass“ heißt die Podcast-Reihe, die Marc DePulse seit fünf Jahren betreibt. „Wie ich zum Bass gekommen bin“, ist auch auf das Motto der Serie, hier berichten DJs, wie sie mit elektronischer Musik in Kontakt gekommen sind. Nun ist der Westerwälder Dominik Eulberg an der Reihe, der begleitend zu seinem Mix ein paar Fragen beantwortet hat.


 

Von frühsten Rave-Classics hin zur Naturverbundenheit und Vogel-Gezwitscher: Wie hast du den „Bass“ getroffen, Dominik?

Ich wurde darum gebeten, einen Mix aus der Musik zu machen, die mich geprägt hat. Musik hat mich in meiner Kindheit nicht interessiert. Die Natur war meine Musik: das Rauschen der Blätter, das Plätschern der Bäche, das Zwitschern der Heuschrecken und natürlich das opulente Konzert der Vögel. Das melancholische Pfeifen der Amsel war mein erster Ohrwurm. Nur die elektronische Musik weckte mein tieferes Interesse, faszinierte mich mit einer forschungsgetriebener Neugier. 1993 begann ich mit dem DJing. Um meine beiden großartigen Inspirationsquellen einzufangen, habe ich beschlossen, eine zweistündige Melange meiner Lieblingsvogellieder und meiner Lieblingstracks aus den Jahren 1993 und 1994 zu erstellen.

Du reist seit über zwei Jahrzehnten um die Welt. Wie managst du dein stressiges Tour-Leben bzw. wie schaffst du es wochentags wieder runterzukommen?

Die Natur ist nicht nur meine Inspirationsquelle, sondern auch meine unerschöpfliche Quelle, um neue Energie zu tanken und meine Akkus aufzuladen. Deshalb lebe ich in ihr, direkt an einem wunderschönen Naturschutzgebiet. Für mich ist die Natur der einfachste, gesündeste und kostengünstigste Weg zum Glück. Ich brauche nur ein Fernglas, um meinen Horizont zu erweitern. So kann ich stundenlang in das kontemplative Erleben der Natur eintauchen und in tiefe Resonanz mit unserem wahren Zuhause treten.

An welchen aktuellen und künftigen Eulberg-Projekten arbeitest du gerade?

Ich schreibe für den renommierten Fischer Verlag ein Sensibilisierungsbuch für Natur, erstelle ein Fotobuch mit Insektenfokus-Makros, arbeite an einem Schmetterlings-Kartenspiel, erstelle Remix-EPs für mein aktuelles Album “Mannigfaltig” und arbeite am Soundtrack für eine Kino-Naturdokumentation, Design einer Fledermaus-Sound-Installation mit dem Chaos Computer Club und Produktion einer neuen EP.

TRACKLIST:
01. Aphex Twin – On – Warp Records – 1993
02. Amsel – Blackbird – Turdus merula
03. CJ Bolland – Con Spirito – R&S Records – 1995
04. Singdrossel – Song trush – Turdus philomelos
05. Teste – The Wipe (5am Synaptic) – Plus 8 Records – 1992
06. Rohrdommel – Bittern – Botaurus stellaris
07. Marmion – Schöneberg — Superstition – 1993
08. Kiebitz – Lapwing – Vanellus vanellus
09. Tata Box Inhibitors – Plasmids (Placid Mix) – Touché – 1994
10. Nachtigall – Nightingale – Luscinia megarhynchos
11. Vapourspace ‎– Gravitational Arch Of 10 – Plus 8 Records – 1993
12. Blaukehlchen – Bluethroat – Luscinia svecica
13. Pete Lazonby – Sacred Cercles – Brainaik Records – 1994
14. Zaunkönig – Wren – Troglodytes troglodytes
15. X-313 – Spectra (Hardsignal Treatment) – Generator Records – 1994
16. Ziegenmelker – Nightjar – Caprimulgus europaeus
17. Drax – Amphetamine – Oscillator – 1994
18. Wiedehopf – Hoopoe – Upupa epops
19. Emmanuel Top – Acid Phase – Attack Records -1994
20. Uhu – Eagle owl – Bubo bubo
21. Energy 52 – Cafe Del Mar ( DJ Kid Paul Mix) – Eye Q Records – 1993
22. Buchfink – Chaffinch – Fringilla coelebs
23. Cygnus X – Orange Theme – Eye Q Records -1994
24. Wachtelkönig – Corncrake – Crex crex
25. Trancesetters – Drive – Touché – 1994
26. Gartenrotschwanz – Common redstart – Phoenicurus phoenicurus
27. Acid Jesus – Radium – Klang Elektronik -1994
28. Drosselrohrsänger – Great reed warbler – Acrocephalus arundinaceus
29. Cold – Strobe Light Network – Thule Records – 1995
30. Pirol – Golden oriole – Oriolus oriolus

Marcs Blog auf unserer Website:
Marc DePulse – aus dem Leben eines DJs

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Foto: Natalia Luzenko