Doch die Beamten entdeckten die Schmuggler-Katze rechtzeitig und stellten die fast 300 Gramm Drogen sicher. Damit durchkreuzten sie den Plan der Hintermänner, noch bevor die Ware ihren Bestimmungsort erreichte. Die Einsatzkräfte brachten „Narco-Michi“ anschließend in die Obhut eines Tierschutzvereins, wo sich nun Fachleute um das Tier kümmern. Für die Drahtzieher ging der ungewöhnliche Schmuggelversuch damit gründlich schief.
Solche Fälle sorgen immer wieder für Schlagzeilen. In den vergangenen Jahren setzten Kriminelle zunehmend Tiere ein, um Drogen, Handys oder andere verbotene Gegenstände zu transportieren. Die Täter nutzen dabei gezielt aus, dass Tiere weniger Verdacht erregen und sich vergleichsweise unauffällig bewegen können. Leidtragende sind jedoch die Tiere selbst, die skrupellose Dealer für ihre Machenschaften missbrauchen.
Bereits 2018 stoppten Behörden in Costa Rica eine Katze, die Unbekannte mit kleinen Päckchen präpariert hatten. Die Schmuggler befestigten unter anderem Marihuana und mehrere Mobiltelefone am Körper des Tieres, um die Gegenstände in ein Gefängnis zu bringen. Wachpersonal bemerkte das ungewöhnliche Verhalten der Katze rechtzeitig und verhinderte so die Übergabe.
Bereits mehrere Vorfälle
Auch in den folgenden Jahren registrierten Ermittler ähnliche Vorfälle. 2021 tauchten Berichte über Katzen auf, an deren Körper Kriminelle Drogen und Handys befestigten, um sie über Gefängnismauern zu schmuggeln. Die Täter lockten die Tiere offenbar gezielt in die Nähe der Haftanstalten, wo Komplizen bereits auf die „Lieferung“ warteten.
Nicht nur Katzen geraten dabei ins Visier der Täter. Immer wieder greifen Drogendealer auch auf Tauben zurück, die sie aufgrund ihres ausgeprägten Orientierungssinns einsetzen. Die Tiere fliegen selbstständig zu bestimmten Orten und transportieren dabei kleine Mengen an verbotener Ware. Ermittlungsbehörden beobachten diese Entwicklung mit Sorge und passen ihre Sicherheitsmaßnahmen entsprechend an.
Die aktuellen Fälle zeigen deutlich, wie einfallsreich und gleichzeitig skrupellos Kriminelle vorgehen. Während die Polizei ihre Kontrollen verschärft, fordern Tierschützer härtere Strafen für den Missbrauch von Tieren zu kriminellen Zwecken. Für „Narco-Michi“ endet die Geschichte immerhin glimpflich. Doch viele andere Tiere geraten weiterhin zwischen die Fronten organisierter Kriminalität.