Was machen Rane und A-Trak zusammen? Irgendetwas war dort zwischen dem Hersteller legendärer Battle-Mixer und einem der erfolgreichsten DJs und Producer weltweit während der letzten Monate im Gange. Unzählige interessierte DJs haben auch jetzt, unmittelbar vor dem Release nur kleine Info-Häppchen im Netz vorgeworfen bekommen. Unzählige Blogs, YouTuber und Insider mutmaßten eine Zusammenarbeit, die in einem neuartigen Battle-Mixer münden solle. Und während das gut gehütete Geheimnis immer noch nicht gelüftet ist, kommt ein Päckchen von Rane zu mir. Wird also Zeit, sich den lang erwarteten DJ-Mixer mal anzusehen.

Einmal angeschlossen, entpuppt sich das neue Tool als A-Trak-Signature-Version des Rane Seventy. Also der klassische Battle-Mixer schlechthin. Ohne die ausgefallenen, ultramodernen Möglichkeiten eines Rane Seventy Two Mk 2. Einfach nur eine ultra-robuste Battle-Schleuder mit Performance-Pads und wirklich nützlichen Effekten. Alles zum originalen Rane Seventy findet ihr auf Fazemag.de, wo er von uns ausgiebig getestet wurde. Hier geht es nun um alle Neuerungen der Signature-Version.

Direkt auf den ersten Blick fällt die matt-silberne Farbe des Massivstahlgehäuses auf. Dieses ist mit Schriftzügen, die von A-Trak entworfen wurden, weiter auf den Weltklasse-DJ personalisiert. So ziert das A-Trak-Logo zum Beispiel den Crossfader.  Damit sieht der Battle-Mixer noch eine Spur rougher aus, wenn wohl auch kaum ein Mischpult rougher als der Original-Rane Seventy ist. Und als ob eine ansprechende Optik nicht schon die halbe Miete für DJ-Tools sei, gibt es noch weitere Updates auf der Oberfläche: Die neuen Potis sind mit Aluminium beschichtet und von klassischen Rotary-Mixern inspiriert. Damit sind es für mich die griffigsten Potis, die ich an mir bekannten Battle-Mixern erlebt habe, wie gemacht für jahrelange Scratch-Routines.

Die nächste entscheidende Änderung geht dagegen weit unter die Oberfläche, denn: Es geht um nicht weniger als den ureigenen Sound des Mixers. Dieser wurde nach den Wünschen von A-Trak, destilliert aus über 20 Jahren Erfahrung, komplett redesignt. Rausgekommen ist ein deutlich  präsenterer und drückenderer Klang im Bass- und Subbass-Bereich. Was aber auch kein Wunder ist, wenn man A-Traks Musik und Gigs kennt. Verkabelt und im direkten Unterschied zum Original-Rane-Seventy wird das wirklich deutlich. Hier wurde kein Mixer entworfen mit einem absolut glasklaren, linearen Klangbild, sondern man merkt eine deutliche, charmante Färbung.

Dieser Mixer wäre nicht die Signature-Version von A-Trak, wenn nicht auch an besondere Performance-Aspekte gedacht worden wäre. Tatsächlich wurde ich hier aber ziemlich überrascht. Das neue Tool heißt „Fader-FX“ und mappt mehrere Effekte direkt auf die Kanalfader. Wer im Menü „Fader-Fx“ auswählt, kann nun wählen zwischen Filter, Roll, Ringmodulator oder verschiedenen Tongeneratoren. Wer Filter gewählt hat und den Lautstärke-Fader eines Kanals runterfährt, wird merken, wie auch der Filter zugeht. Ähnlich verhält es sich mit den Oszillatoren. Hier kann man die Wellenform einstellen und dann mit den Fadern die Lautstärke und mit den Switch-Schaltern die Oktave des internen Synthesizers einstellen. Mit etwas Übung kann man diese Effekte kreativ in sein Set integrieren und damit Breaks, Vocals oder Build-ups spannender gestalten. Praktisch ist, dass Serato die Tonart deiner Tracks kennt und somit hier immer der Grundton gespielt wird.

Nach dem Test ist mir eines klar geworden: Menschen, die auflegen, lieben in den meisten Fällen ihr Setup von ganzem Herzen. Mit der Signature-Version von A-Trak ist es Rane gelungen, einen Mixer zu kreieren, der sehr eigen und so ungemein wertig wirkt, dass ich gut verstehen kann, wenn man ihn in seinem Setup haben möchte. Sei es die detailversessene Oberfläche, der geboostete Sound oder die ganze Erfahrung von A-Trak. Dieser Mixer hat Charme.

Factbox:

  • Größe: 285 x 445 x 105 mm
  • Gehäuse aus Massivstahl
  • Signal-Rausch-Abstand: 114dB
  • duale Mikrofoneingänge
  • für Serato DJ gebaut
  • Zwei USB-Verbindungen für DJ-Übergaben
  • duale Effektpaddel aus Aluminium
  • 3 kontaktlose MAG-FOUR-Fader
  • Rane-Twelve-Verbindung
  • 16 Akai Professional MPC Performance Pads
  • Serato Scratch Enable
  • inklusive 2x Timecode Vinyl, 2x Timecode CDs

 

Aus dem FAZEmag 114/08.21
Text: Mathias Thienel
www.rane.com