
Manchmal reicht ein Stromausfall, um eine ganze Menge ans Licht zu bringen. In der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan hat eine Störung im Stromnetz die Polizei auf die Spur einer professionellen Cannabis-Plantage geführt. Der Strom war weg und plötzlich wurde es für die Betreiber ziemlich ungemütlich.
Auslöser war zunächst ein ganz gewöhnlicher Einsatz für den Energieversorger. Dessen Mitarbeiter suchten nach der Ursache des Stromausfalls und stießen dabei auf manipulierte Stromkabel. Als sie der Sache weiter nachgingen, entdeckten sie in einem leerstehenden, mehrstöckigen Gebäude eine aufwendig installierte Anlage zur Cannabiszucht. Die Plantage erstreckte sich offenbar über sämtliche Stockwerke, während Beleuchtung und Belüftung so eingerichtet waren, dass die Pflanzen unter professionellen Bedingungen wachsen konnten. Was genau die Verantwortlichen mit ihrem grünen Großprojekt vorhatten, dürfte angesichts der später sichergestellten Ware allerdings kaum eine Überraschung sein.
Daraufhin rückte die Kriminalpolizei gemeinsam mit Einsatzkräften des Polizeipräsidiums, des Landeskriminalamtes und mit Unterstützung des Technischen Hilfswerks an. Die Beamten räumten das Gebäude und bauten anschließend die Anlagen zur Licht- und Luftversorgung ab. Dabei stellten sie zahlreiche Cannabispflanzen, Setzlinge und bereits verkaufsfertig verpackte Blüten sicher. Für die Betreiber hatte sich die Investition in die ausgefeilte Stromversorgung damit offenbar nicht ausgezahlt. Schließlich war es ausgerechnet ein Stromausfall, der die Ermittler auf die Spur der Anlage brachte – eine ziemlich ungünstige Wendung für ein Geschäft, das möglichst unauffällig bleiben sollte.
Wer ist der Gärtner mit den ausgefeilten Elektrotechnik-Kenntnissen?
Wer hinter der Plantage steckt, ist bislang noch völlig unklar. Die Ermittler müssen nun herausfinden, wer das leerstehende Gebäude in eine professionelle Cannabis-Aufzuchtanlage verwandelt hat und wer darüber hinaus für die offenbar bereits auf den Verkauf vorbereitete Ware verantwortlich ist. Bis die Verantwortlichen gefunden sind, dürfte allerdings noch einiges an Ermittlungsarbeit anstehen.
Fest steht jedoch, dass der Stromausfall den Betreibern einen ziemlich unerwünschten Strich durch die Rechnung gemacht hat. Denn was zunächst als technische Störung begann, endete schließlich mit einem Großeinsatz und einer ausgeräumten Plantage. Dabei braucht es nicht immer einen anonymen Hinweisgeber oder eine aufwendige Observation, um einem solchen Betrieb auf die Schliche zu kommen. Manchmal reicht offenbar schon ein genauer Blick auf die Stromversorgung – beziehungsweise auf das, was daran nicht stimmt. Für die bislang unbekannten Betreiber dürfte sich die Frage nach dem Stromverbrauch damit vorerst erledigt haben.
Quelle: presseportal.de
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