
Fast 40 Kilogramm Kokain verschwinden aus einem Gerichtsgebäude. Zurück bleibt laut Medienberichten Mehl. Ein Fall, bei dem selbst die Beweislage plötzlich nicht mehr ganz griffig ist. Weißes Pulver ist weißes Pulver – allerdings nur, solange niemand im Labor genauer hinsieht. Genau das ist auf Fidschi passiert. Und aus einem millionenschweren Drogenfund wurde ein Vorgang mit erstaunlicher Nähe zum Backwarenregal.
Im Asservatenraum des High Court in der Hauptstadt Suva lagerten ursprünglich 39,5 Kilogramm beschlagnahmtes Kokain. Bei einer Kontrolle am 15. September 2026 fehlten zunächst sieben von insgesamt 39 Paketen. Schon das ist für einen Raum, dessen wesentliche Aufgabe das Nichtverlieren von Beweismitteln ist, ein eher ungünstiges Ergebnis.
Doch es kam noch dicker. Oder, je nach Mahlgrad, feiner. Die verbliebenen 32 Pakete wurden untersucht. Nach Angaben der Polizei fielen sämtliche Drogentests negativ aus; alle untersuchten Beweisstücke waren manipuliert worden. Das Nachrichtenportal Fijivillage berichtete, die Pakete seien mit Mehl gefüllt gewesen. Damit war nicht bloß ein Teil verschwunden: Vom ursprünglichen Kokainbestand war offenbar nichts mehr übrig.
Marktwert hat sich drastisch verringert
Man könnte von einer bemerkenswerten Wertberichtigung sprechen. Mixmag beziffert den ursprünglichen Drogenwert auf rund 30 Millionen Fidschi-Dollar, umgerechnet etwa 10,4 Millionen britische Pfund. Der Marktwert des Ersatzmaterials dürfte sich auch mit dem Hinweis „unter gerichtlicher Aufsicht gelagert“ kaum in ähnliche Höhen bewegen. Die Drogen waren bereits 2019 sichergestellt worden. Und ein Mann namens Joshua Aziz Rahman wurde 2021 vom High Court in Suva wegen des Besitzes dieser großen Kokainmenge zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt.
Nun müssen Ermittler klären, wer aus einem Beweismittelbestand eine mutmaßliche Backzutatenreserve gemacht hat. Im Fokus stehen unter anderem Personen, die für die Verwaltung der Asservaten verantwortlich waren. Nach einem weiteren Bericht vom 3. Oktober wird ein Mann befragt, der mit dem Vorfall in Verbindung stehen soll. Die Ermittlungen dauern an. Wer tatsächlich verantwortlich ist, steht damit weiterhin nicht fest.
So absurd die Geschichte klingt: Ihr Kern ist ernst. Wenn beschlagnahmte Drogen aus einem Gerichtsgebäude verschwinden, geht es um Sicherheitslücken und das Vertrauen in die Aufbewahrung von Beweisen. Die entscheidende Frage lautet deshalb auch nicht, ob das Mehl Type 405 oder 550 war. Sondern: Wer hatte Zugang? Und warum fiel der Austausch nicht früher auf?
Quelle: mixmag.net
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