Labrador frisst Cannabis und braucht die Bergwacht

Labrador
Lochaber Mountain Rescue Team/Facebook

Ein Ausflug in die schottischen Highlands sollte für Labradorhündin Tokyo eigentlich nach frischer Bergluft, Bewegung und jeder Menge Schnüffelspaß klingen. Stattdessen endete die Wanderung auf einer Trage, begleitet von 14 Bergrettern und einer Tierärztin. Der Grund: Die Hündin soll unterwegs weggeworfenes Cannabis gefressen haben. Was für Menschen ein Wanderurlaub war, entwickelte sich für Tokyo offenbar zu einem völlig un. Nur leider einer, den wirklich niemand erleben möchte.

Hunde erkunden ihre Umgebung bekanntlich mit der Nase. Während die meisten Vierbeiner Stöckchen, interessante Gerüche oder ein vergessenes Wurstbrot entdecken, stieß Tokyo offenbar auf etwas deutlich Ungeeigneteres.

Kurz darauf verlor die Labradorhündin die Kontrolle über ihre Beine, brach immer wieder zusammen und wurde zeitweise bewusstlos. Ihre Besitzerin befürchtete das Schlimmste und alarmierte die Bergrettung. Allein hätte sie den rund 25 Kilogramm schweren Hund unmöglich den Ben Nevis hinuntertragen können.

14 Bergretter rückten an, packten Tokyo vorsichtig auf eine Trage und brachten sie sicher zurück ins Tal. Dort stellte sich nach tierärztlichen Untersuchungen heraus, dass vermutlich Cannabis für die dramatischen Ausfallerscheinungen verantwortlich war. Nach einer Behandlung mit Aktivkohle erholte sich die Hündin glücklicherweise vollständig.

Kein Grund zum Schmunzeln für Hundehalter

So kurios die Geschichte zunächst klingt, steckt dahinter ein ernstes Problem. Cannabis kann bei Hunden schwere Vergiftungserscheinungen auslösen. Orientierungslosigkeit, Gleichgewichtsstörungen, Erbrechen oder sogar Bewusstlosigkeit gehören zu den möglichen Folgen. Die Besitzerin nutzt den Vorfall deshalb, um andere Hundebesitzer zu warnen. Weggeworfene Drogen, Medikamente oder andere giftige Stoffe können selbst auf scheinbar unberührten Wanderwegen liegen und für Tiere lebensgefährlich werden.

Immerhin nahm die Geschichte ein gutes Ende. Bereits am nächsten Tag war Tokyo wieder fit und konnte ihre Bergtour unfreiwillig abhaken. Bleibt nur zu hoffen, dass ihr nächster Ausflug deutlich entspannter verläuft. Vielleicht mit einem Stock im Maul, einem Ball im Rucksack und möglichst ohne unerwartete Funde am Wegesrand. Denn auch wenn Labradore dafür bekannt sind, nahezu alles zu fressen, was ihnen vor die Nase kommt, steht Cannabis definitiv nicht auf der empfohlenen Wanderverpflegung.

Quelle: faz.de

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